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Kommt es oder kommt es nicht? Woran es beim 9-Euro-Ticket noch hapert

Zwei Straßenbahnen an einer Haltestelle
Zwei Straßenbahnen vor dem Bahnhof in Bremen-Mahndorf

Kommt es oder kommt es nicht? Woran es beim 9-Euro-Ticket noch hapert

Bild: dpa | Hauke-Christian Dittrich

Schon ab Juni sollen die Menschen im Land Bremen drei Monate lang für neun Euro monatlich Bus und Bahn fahren können. Wir erklären, woran es noch bei der Umsetzung hakt.

Auch nach dem Ende der Verkehrsministerkonferenz ist unklar, wie es mit dem Neun-Euro-Ticket weitergeht. Die Verkehrsminister der Länder, die sich in den vergangenen zwei Tagen in Bremen berieten, sind sich jedenfalls einig, dass das Ticket kommen soll. "Wir wollen alles daran setzen, dass es zum 1. Juni für alle Bürgerinnen und Bürger und Fahrgäste zur Verfügung steht", sagte die Vorsitzende der Konferenz, Bremens Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne). 

Demnach sollen von Juni an drei Monate lang für Kosten von neun Euro monatlich Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen und den Regionalverkehr der Deutschen Bahn genutzt werden können. Allerdings sind bis dahin noch einige offene Fragen zu klären, etwa was die Finanzierung betrifft. Wir zeigen, woran es noch hapert.

Warum ist das Neun-Euro-Ticket immer noch nicht beschlossene Sache?
Grund dafür sind die Regionalisierungsmittel, die der Bund den Ländern jährlich zur Verfügung stellt, damit der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gestärkt wird. Das sind momentan zehn Milliarden Euro pro Jahr – zu wenig, um den ÖPNV attraktiver zu gestalten und die Ticketpreise zu halten, finden die Länder. Sollten diese Mittel nicht vom Bund erhöht werden, dann drohe das genaue Gegenteil, was das 9-Euro-Ticket eigentlich bewirken soll, warnt Ina Brandes (CDU), Verkehrsministerin von Nordrhein-Westfalen. "Ansonsten werden wir im Herbst eine sehr schwierige Situation im ÖPNV erleben und werden ihn für die Bevölkerung nicht attraktiver, sondern eher weniger attraktiv machen."
Und warum gibt der Bund den Ländern das Geld nicht?
Wenn man Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) glaubt, würde er den Ländern das Geld sofort geben. "Klar ist, dass mit weniger Mitteln der ÖPNV nicht gestärkt werden kann. Deswegen finde ich es richtig, wenn dort eine angemessene und kräftige Finanzierung erfolgt", so Wissing. Nur brauche es dafür mehr Transparenz. Zum einen in der Frage, wofür die Länder das Geld ausgeben, zum anderen, wie hoch die eigene Beteiligung der Länder liegen soll. Um diese Punkte zu klären, ist nun ein Arbeitskreis gegründet worden.
Und wenn das geklärt ist, kommt das Neun-Euro-Ticket sicher?
Ja, davon ist auszugehen. Erst einmal wollen die Länder mit den Bundestagsfraktionen sprechen, damit diese Mittel noch in den Bundeshaushalt für dieses Jahr eingeplant werden können. Danach entscheidet sich dann in zwei Wochen endgültig, ob das Neun- Euro-Ticket tatsächlich kommt.
Ist schon abzuschätzen, wie viele Menschen das Angebot wahrnehmen könnten?
Nein, aktuell kann man darüber nur Mutmaßungen anstellen. Die Verkehrsminister gehen aber davon aus, dass dort, wo viele Menschen zum Urlaub hinfahren, Züge und Busse sehr voll werden könnten. Allerdings werde es zugleich auch Gegenden geben, in denen das Ticket kaum genutzt werde, vermutet Bundesverkehrsminister Wissing.

Verkehrsminister beim 9-Euro-Ticket einig – trotzdem gibt es Unmut

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachmittag, 5. Mai 2022, 15:10 Uhr