Kein Ende in Sicht: Lebensmittel im Land Bremen werden immer teurer

Ein mit Lebensmitteln gefüllter Einkaufswagen steht in einer Supermarkt-Schlange.

Darum werden Lebensmittel im Land Bremen immer teurer

Bild: Imago | Martin Wagner
  • Discounter Aldi erhöht seine Preise für Lebensmittel
  • Viele andere Supermärkte ziehen bald nach
  • Verbraucherzentrale schlägt Alarm

Nicht nur an der Tankstelle und auf der Heizkostenrechnung ist der Blick auf die Preise für viele Verbraucher im Land Bremen ein Schock. Auch Lebensmittel werden immer teurer, nicht zuletzt wegen des Ukraine-Kriegs. Und ein Ende ist nicht absehbar – im Gegenteil.

Supermarktketten kündigen Preiserhöhungen an

Aussenansicht auf einen Laden des Discounters Aldi Nord.
Der Discounter Aldi hat zum heutigen Montag seine Lebensmittelpreise kräftig erhöht. Bild: Imago | Fotostand

Beim Discount-Marktführer Aldi sind Fleisch, Wurst und Butter abermals "deutlich teurer" geworden, wie ein Sprecher von Aldi-Nord mitteilte. Grund hierfür sei, dass Lieferanten höhere Preise verlangen. Aldi hatte bereits vor zwei Wochen die Preise für etwa 160 Artikel erhöht, eine Woche später verteuerten sich 20 weitere Artikel. Das Vorgehen des Discounters ist auch deshalb von Bedeutung, weil sich im Preis-Einstiegssegment erfahrungsgemäß viele Händler an den Preisen von Aldi orientieren.

So hat auch der Handelsriese Rewe mit seiner Discounttochter Penny für einzelne Warengruppen und Artikel höhere Preise angekündigt. Ein Sprecher der Rewe Group betonte, dass man nur dort die Preise anheben werde, wo es tatsächlich einen "hohen Kostendruck" gebe. Von Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka hieß es, aufgrund der aktuellen Situation auf den Weltmärkten ließen sich steigende Verkaufspreise in der gesamten Branche nicht immer vermeiden. Die Schwarz-Gruppe mit den Ketten Lidl und Kaufland teilte hingegen mit, grundsätzlich keine Angaben zur Preisentwicklung zu machen. Laut einer jüngst veröffentlichten Befragung des Ifo-Instituts planen fast alle Firmen aus Deutschlands Nahrungs-Einzelhandel Preiserhöhungen.

Wir werden das zeitnah überall in den Supermärkten an den Preisschildern sehen können.

Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), in der "Neuen Osnabrücker Zeitung"

Einer der Gründe für die Preisanstiege sind zwar die Folgen des Ukraine-Kriegs. Doch schon vor Kriegsausbruch seien im Handel die Preise "über die Produktpalette hinweg" um gut fünf Prozent gestiegen, sagte Sanktjohanser. Grund waren die gestiegenen Energiekosten. Mit dem Krieg hat sich die Situation noch verschärft. "Seit Beginn des Ukraine-Krieges gibt es Sprünge bei den Einkaufspreisen, die wir so noch nicht erlebt haben", sagte der Aldi-Sprecher.

Die "Wirtschaftsweise" Veronica Grimm verwies als Ursachen für steigende Lebensmittelpreise etwa auf die Kosten von Düngemitteln aufgrund der hohen Gaspreise. Dies verknappe die weltweite Agrarproduktion. "Hinzu kommt noch, dass Agrarexporte aus der Ukraine und aus Russland in einem signifikanten Umfang ausfallen werden." Russland und die Ukraine zählen bisher auf dem Weltmarkt zu den wichtigsten Exporteuren von Weizen, Mais und Ölsaaten wie Raps.

Verbracherzentrale sieht Handlungsbedarf

Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts mussten die Menschen in Deutschland im März 6,2 Prozent mehr für Nahrungsmittel ausgeben als im Monat zuvor. Und es werde an der Supermarktkasse erst einmal keine anhaltende Abwärtsbewegung mehr geben, sagte Sanktjohanser: "Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig." Auch Grimm rechnet mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht daher Handlungsbedarf. "Für einkommensschwache Haushalte wird es immer schwieriger, sich ausgewogen und gesund zu ernähren", hieß es von einer Sprecherin. Die Verbraucherschützer fordern daher unter anderem eine Anhebung des ernährungsbezogenen Satzes bei Transfereinkommen wie beim Arbeitslosengeld II sowie eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 4. April 2022, 6 Uhr