Doch keine freiwillige Corona-Isolation? Lauterbach rudert zurück

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gibt ein Interview.

Doch keine freiwillige Corona-Isolation? Lauterbach rudert zurück

Bild: Imago | Chris Emil Janßen
  • Corona-Infizierte hätten sich ab Mai nur noch freiwillig isolieren sollen
  • Nun aber hat der Bundesgesundheitsminister seine Pläne wieder geändert
  • Lauterbach: "Freiwilligkeit wäre falsch"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich nach scharfer Kritik nun doch gegen eine Freiwilligkeit bei der Isolation von Corona-Infizierten ausgesprochen. "Die Beendigung der Anordnung der Isolation nach Coronainfektion durch die Gesundheitsämter zugunsten von Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen", schrieb er am Dienstagabend auf Twitter. "Hier habe ich einen Fehler gemacht. Das entlastet zwar die Gesundheitsämter. Aber das Signal ist falsch und schädlich."

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Er erklärte weiter: "Corona ist keine Erkältung. Daher muss es weiter eine Isolation nach Infektion geben. Angeordnet und kontrolliert durch die Gesundheitsämter." Diese wollte Lauterbach mit seinem ursprünglichen Plan einer freiwilligen Isolation entlasten. Bei den Menschen sei jedoch angekommen, er halte Corona jetzt für "harmlos". Bei der Quarantäne von Kontaktpersonen solle die Freiwilligkeit hingegen erhalten bleiben.

Der Fehler lag bei mir und hat nichts mit der FDP oder Lockerung zu tun. Es ging um Entlastung der Gesundheitsämter.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter

Kehrtwende bei "Markus Lanz"

Zuvor hatte Lauterbach in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" die Kehrtwende angekündigt. Die Regelung werde er "wieder einkassieren", sagte er. Zwar hätten die Gesundheitsämter die Freiwilligkeit gefordert – Lauterbach sehe nun jedoch ein, dass es ein "verheerendes Signal" wäre, wenn ein Infizierter "selbst entscheidet, ob er zu Hause bleibt oder nicht".

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Montag darauf geeinigt, dass sich Corona-Infizierte ab dem 1. Mai nicht mehr verpflichtend in Isolation begeben. Die neuen Quarantäne- und Isolationsregeln sollen dann auf "Freiwilligkeit" beruhen. An der Neuregelung hatte es scharfe Kritik von der Opposition und Sozialverbänden gegeben.

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Bild: DPA | Sina Schuldt

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. April 2022, 6 Uhr