Bekommen Bremer Bafög-Empfänger bald mehr Geld?

  • Bundeskabinett berät über eine Erhöhung des Bafög-Satzes.
  • Entwurf sieht vor, dass mehr Studierende Bafög erhalten .
  • Auch in Bremen ist die Zahl der Bafög-Empfänger stetig gesunken.

Bafög-Empfänger in Bremen und Bremerhaven könnten zum kommenden Wintersemester fünf Prozent mehr Geld bekommen. Auch der Kreis der möglichen Empfänger soll durch eine Anhebung der Elternfreibeträge um 20 Prozent erweitert werden. Das sieht eine Bafög-Reform vor, die jetzt im Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden soll. Das Gesetz muss anschließend noch durch den Bundestag und Bundesrat.

Laut Entwurf von Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) soll der Bafög-Satz für Studentinnen und Studenten wegen gestiegener Lebenshaltungskosten von 427 auf 449 Euro im Monat steigen. Die Wohnpauschale für diejenigen, die noch zu Hause leben, soll von 56 auf 59 Euro angehoben werden. Wer nicht mehr bei den Eltern lebt, soll 360 Euro statt 325 Euro für die Miete erhalten. Studentinnen und Studenten in einer Wohngemeinschaft könnten somit 809 statt bisher 725 Euro bekommen.

Um den Kreis der Empfänger zu vergrößern, sollen künftig 2.400 Euro des monatlichen Elterneinkommens anrechnungsfrei bleiben. Bisher sind es 2.000 Euro. Zudem sollen Studierende 330 Euro in einem Nebenjob verdienen können, ohne dass sich das auf die Bafög-Höhe auswirkt – momentan sind es noch 290 Euro.

Zahl der Bafög-Empfänger sinkt

Hintergrund für die Novelle ist die in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gesunkene Zahl der Bafög-Empfänger. Nach einem Höchststand von 979.000 im Jahr 2012 lag die Zahl im vergangenen Jahr bei nur noch 639.000. Die Gründe dafür liegen nach Überzeugung des Deutschen Studentenwerks (DSW) unter anderem darin, dass die Leistung über die Jahre nicht genug reformiert, ausgebaut und an neue Lebensrealitäten angepasst wurde.

Wir wollen jetzt die Trendwende schaffen und die Zahl der Bafög-Empfänger endlich wieder erhöhen.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) im "DSW-Journal" des Deutschen Studentenwerks.

Im Land Bremen hat sich die Zahl der gestellten Anträge an den Hochschulen in den vergangenen zehn Jahren nicht wesentlich verändert, wohl aber der Anteil der Studierenden, die Bafög bekommen. Während die Zahl der Anträge laut Studierendenwerk Bremen zwischen 9.000 und 10.500 schwankte, ist der Anteil der Geförderten bei den deutschen Studierenden seit 2011 stark gesunken: Damals waren es noch 26,7 Prozent, im Jahr 2021 betrug deren Anteil gerade mal 17,1 Prozent. Der Wert sank sogar auf 16,1 Prozent, wenn man auch die ausländischen Studierenden einberechnete.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 6. April 2022, 8 Uhr