Lauterbach über Affenpocken: "Nicht der Beginn einer neuen Pandemie"

Bild: Imago | Chris Emil Janßen
  • Bundesgesundheitsminister informiert über Umgang mit Viruserkrankung
  • Pressekonferenz fand am Rande des Ärztetags in Bremen statt
  • Bislang fünf Affenpocken-Fälle in Deutschland bekannt

Am Rande des Ärztetags in Bremen hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über den Umgang mit den aktuell auftretenden Fällen von Affenpocken äußert. "Was wir mit den Affenpocken erleben, ist nicht der Beginn einer neuen Pandemie", sagte Lauterbach auf einer Pressekonferenz. Unter anderem mit "guter Kontaktverfolgung" werde man die Viruserkrankung in den Griff kriegen. Trotzdem müsse man die Affenpocken ernst nehmen, so Lauterbach.

Wir müssen reagieren, solange die Fallzahlen noch niedrig sind.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) beim Ärztetag in Bremen

Nach allem, was bisher bekannt sei, habe es schon häufiger Ausbrüche von Affenpocken gegeben. Die jüngsten Infektionen verliefen jedoch anders, als es bisher der Fall war. Warum, ist noch unklar. "Es ist möglich, dass sich der Erreger oder die Anfälligkeit des Menschen verändert hat", sagte Lauterbach.

Zum Eindämmen weiterer Fälle soll für Infizierte generell eine angeordnete Isolation von mindestens 21 Tagen empfohlen werden. Zudem teilte Lauterbach mit, dass bereits 40.000 Impfdosen, die vor den Affenpocken schützen sollen, bestellt wurden.

Affenpocken werden vor allem von Nagetieren übertragen

Neben Lauterbach nahmen auch Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt und Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, an der Pressekonferenz im Bremer Konzerthaus "Die Glocke" teil. Laut Wieler seien bislang 177 Affenpocken-Fälle in 16 Ländern bekannt, darunter fünf in Deutschland. Als mögliche Symptome nannte Wieler unter anderem Fieber, Ausschlag, Lymphknotenschwellungen und Erschöpfung. "Klar ist, dass es weitere Fälle in Deutschland geben wird", so der RKI-Chef.

Unter anderem werde das Virus von Nagetieren auf den Menschen oder durch Kontakt mit infizierten Personen übertragen, so der RKI-Chef. Aber auch eine Infektion durch kontaminiertes Material sei möglich. Bei den meisten Infizierten handele es sich bislang um Männer, die zuvor Geschlechtsverkehr mit Männern hatten.

Der Ärztetag, der am Dienstag in Bremen begonnen hat, geht noch bis Freitag. Bei der Hauptversammlung der Bundesärztekammer tagen rund 250 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland und diskutieren über aktuelle Gesundheitsthemen.

Fälle und Symptome: Lauterbach und Wieler informieren zu Affenpocken

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. Mai 2022, 19:30 Uhr