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Weshalb der Schiffsbrand in Bremerhaven so schwer zu löschen ist

Vor einem mit Schaum bedeckten Frachter steht ein Feuerwehrauto.

Darum flammt der Schiffsbrand in Bremerhaven tagelang immer wieder auf

Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Seit Tagen bricht ein Feuer auf einem Frachter in Bremerhaven immer wieder aus. Die Feuerwehr erklärt, warum das besonders herausfordernd ist – und wann das Schiff sinken könnte.

Das 190 Meter lange Frachtschiff "Lascombes" hat in Bremerhaven tagelang immer wieder gebrannt. Zuerst war am Freitag aus ungeklärter Ursache ein Feuer in einem Laderaum ausgebrochen. Die 21-köpfige Besatzung hatte das Schiff unverletzt verlassen können.

Am Mittwochnachmittag vermeldete die Feuerwehr schließlich nach mehreren Einsätzen: Die Flammen seien gelöscht, die Lage stabil, alle Maßnahmen würden beendet. Nur einen halben Tag später brennt die "Lascomes", die in der Nähe der Lloyd-Werft liegt, allerdings erneut.

Wie ist die aktuelle Lage am Brandort?
Gegen 6 Uhr am Morgen informierte der Kapitän die Feuerwehr, dass in Laderaum 3 erneut Rauch entdeckt wurde. Nun sind wieder 60 Einsatzkräfte und vier Löschschlepper vor Ort. Laut Feuerwehrsprecher David Piesik ist außerdem Unterstützung aus Cuxhaven und Brunsbüttel angefordert und unterwegs. Die Feuerwehrkräfte haben spezielles Gerät, mit dem sich Löcher in die Stahlwände des Schiffes schneiden lassen. Durch diese Öffnungen soll dann mit Hochdruck Wasser in den Laderaum gepumpt werden. Zur Kühlung werden außerdem 30.000 Liter Wasser pro Minute gegen das Schiff gespritzt.
Warum ist es so schwierig, den Brand endgültig zu löschen?
Eine der Herausforderungen ist laut Piesik die Ladung des Frachters: Terrassendielen. Diese bestehen aus Kunststoff und Holz, gepresst mit Hohl- und Zwischenräumen. Diese Mischung brennt gut und ist schwer zu löschen, Wasser und Schaum haben es schwer, an alle Stellen zu gelangen. Überhaupt ist der volle Laderaum für die Feuerwehr schwierig erreichbar, sie kann nur von oben durch die Ladeluke löschen. Die Situation stellt sich Piesik zufolge wie ein Kamin dar, denn der Raum ist geschlossen, kann aber viel Wärme entwickeln. Das Feuer kann sich darin gut ausbreiten und es gibt nur einen Zugang. Dies soll sich durch in das Schiff geschnittene Löcher nun ändern.

Außerdem leitet Stahl gut, wodurch sich das Feuer auf andere Laderäume ausbreiten kann. Die Feuerwehr konnte beobachten, wie die Farbe außen am Rumpf anfing zu blubbern und Blasen zu schlagen. Daran ist die enorme Hitze erkennbar, die dahinter steckt.
Wie viel kann so ein Schiff überhaupt aushalten?
Wenn zu viel Wasser ins Innere gelangt, kann sich der Schwerpunkt verändern und das Schiff kippen oder sinken, sagt Feuerwehrsprecher Piesik. Das kann dann zum Problem werden. Unter der "Lascombes" ist aktuell aber noch genug Platz. Dennoch: Auch der Hafenkapitän beobachtet die Situation und hat alles im Blick. Derzeit sehen die Experten allerdings noch keine großen Probleme, da momentan nur einer von insgesamt fünf Laderäumen des Frachters von dem Feuer betroffen ist.

Rückblick: Schiffsbrand beschäftigt Bremerhavener Feuerwehr noch immer

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Vormittag, 7. April 2022, 11:40 Uhr