Bürgermeister Bovenschulte: "Wir müssen boostern, was das Zeug hält"

Bild: Radio Bremen
  • Bürgermeister betont Wichtigkeit von Auffrischungsimpfungen
  • Neue Corona-Regeln zeigen laut Bovenschulte bereits Wirkung
  • Impfpflicht müsse Grenzen haben

In seiner heutigen Regierungserklärung hat Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) auf die Wichtigkeit von Auffrischungsimpfungen hingewiesen. "Wir müssen möglichst schnell so vielen Menschen wie möglich eine Auffrischungsimpfung anbieten. Wir müssen boostern, was das Zeug hält", so der Bürgermeister.

Der Senat unternehme zusammen mit der Initiative "Bremen impft" und Hilfsorganisationen alles, um ausreichend Impfangebote zu schaffen. Nach Angaben von Bovenschulte zeigen die neuen Corona-Regeln bereits Wirkung. So nehme die Zahl der Erstimpfungen in den Impfstellen und in den Arztpraxen inzwischen wieder deutlich zu.

Es sei aber fraglich, so Bovenschulte, ob dieser Trend ausreichen werde, um bundesweit auf eine ähnlich hohe Impfquote wie in Bremen zu kommen. Daher unterstütze Bremen die gemeinsame Linie von Bund und Ländern, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. Der Bürgermeister betonte erneut, dass eine solche Impfpflicht zwingend Grenzen haben müsse. So müsse es Ausnahmen für Kinder und bei grundgesetzlich geschützten religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen geben. Außerdem müssten die Regeln für die Durchsetzung klar definiert werden.

Einem generellen Lockdown erteilte der Bürgermeister erneut eine Absage. "Wir haben derzeit ja bereits einen Lockdown – einen Lockdown für Ungeimpfte. Denn Ungeimpfte dürfen bei uns in Bremen derzeit in die meisten Geschäfte nicht rein, sie dürfen nicht ins Restaurant und nicht ins Kino, sie dürfen nicht einmal zum Frisör."

CDU: Senat gibt desaströses Bild bei Impfpflicht ab

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat auf die Regierungserklärung von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte positiv reagiert. Die neu eingeführten Maßnahmen nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Heiko Strohmann vorbildlich und vernünftig. Nur beim Thema Impfpflicht gebe der Senat ein desaströses Bild ab, sagte Strohmann. Er kritisierte, dass der Senat in der Öffentlichkeit so viel Uneinigkeit beim Thema Impfpflicht zeige: Die Gesundheitssenatorin sei dagegen, der Innensenator dafür und Bürgermeister Andreas Bovenschulte "sowohl als auch".

Strohmann forderte den Senat auf, Diskussionen intern auszutragen und geschlossen für oder gegen eine Impfpflicht aufzutreten. Auch, dass Bovenschulte nicht nur für Ausnahmen aus medizinischen Gründen plädiere, sondern auch aus weltanschaulichen und religiösen, sei nicht akzeptabel. Damit rede er Querdenkern nach dem Mund.

Strohmann gab außerdem zu bedenken, dass die so hohe Bremer Impfquote nicht ganz korrekt sei. Denn hier würden nicht nur geimpfte Bremerinnen und Bremer eingerechnet, sondern auch Menschen aus Niedersachsen, die in Bremen arbeiten. Das bedeute, dass eine Herdenimmunität noch nicht annähernd erreicht sei.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Dezember 2021, 19:30 Uhr