Böller-Verkaufsverbot: Bremens Luft profitiert bundesweit am meisten

Eine Person brennt eine Wunderkerze ab.
Bild: DPA | Uwe Bumann
  • 96 Prozent weniger Feinstaub an Silvester am Dobben gemessen
  • Bremen hatte Verkauf und Böllern selbst untersagt
  • Umwelthilfe fordert vollständiges Böllerverbot

Das Böllerverbot hat die Luftqualität in Bremen im Deutschlandvergleich am meisten verbessert. Das geht aus Auswertungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor. So sank die stündliche Spitzenbelastung für Feinstaub an der Messstation Bremen-Dobben um 96 Prozent.

Konkret wurden demnach in der Nacht zum 1. Januar 2022 nur noch 46 Mikrogramm je Kubikmeter gemessen. Anders als in vielen anderen Städten war in Bremen nicht nur der Verkauf von Feuerwerk, sondern auch das Böllern selbst verboten.

Die Deutsche Umwelthilfe hat aber auch das reine Verkaufsverbot für Silvesterböller als Erfolg bewertet. Der stark gesundheitsschädliche Feinstaub sei im Vergleich zu Vorjahren ohne Verkaufsverbot bundesweit um mehr als 90 Prozent reduziert gewesen, teilte die Umweltschutzorganisation mit.

Ähnlich hohe Rückgänge in München

Im Vergleich zu Bremen nahezu ähnliche Rückgänge von 94 Prozent seien an der Landshuter Allee in München verzeichnet worden, wo Böllern den Angaben zufolge im gesamten inneren Ring verboten war. An der Frankfurter Allee in Berlin lag der Rückgang laut Umwelthilfe bei immerhin 87 Prozent. In der Hauptstadt gab es kein flächendeckendes Gebrauchsverbot für Böller, sondern nur an bestimmten Plätzen.

Die Umwelthilfe stützt sich nach eigenen Angaben auf eine erste Auswertung behördlicher Messdaten. Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch mahnte auch mit Blick auf durch Feuerwerk Verletzte und Getötete für die Zukunft ein vollständiges Böllerverbot in ganz Deutschland an. Die neue Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) solle die Sprengstoffverordnung überarbeiten und den privaten Gebrauch von Pyrotechnik zu Silvester so dauerhaft beenden.

Silvestergefühl trotz Böllerverbots: So knallt es auch ohne Feuerwerk

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. Januar 2022, 14 Uhr