Bremer Verbraucherzentrale warnt zum Black Friday vor 4 faulen Tricks

Ein Mann mit Schutzmaske läuft an einem Schaufenster mit der Aufschrift "Black Friday" vorbei
An Aktionstagen wie dem Black Friday locken viele Händler mit hohen Rabatten. Oft aber beziehen sich die Preisnachlässe auf Mondpreise, sagen Verbraucherschützer. Bild: DPA | NurPhoto | Ying Tang

Fake-Angebote, falsche Rabatte, teure Ware: An Tagen wie dem Black Friday müssten Kunden vorsichtig sein, sagen Verbraucherschützer. In diese Fallen sollten Sie nicht tappen.

1 Fake-Angebote im Internet

Seit einigen Jahren stoßen Kundinnen und Kunden im Internet auf Artikel zu Traumpreisen, denen sie kaum widerstehen können. Das sollten sie aber! Denn oft handelt es sich um Fake-Angebote von Händlern, die es gar nicht gibt – und die daher auch keine Ware versenden. Gerade an großen Rabatt-Tagen, wenn viele Händler mit Schnäppchen werben, ist die Gefahr, einem Fake-Unternehmen auf den Leim zu gehen besonders groß, warnt die Verbraucherzentrale Bremen. Die Verbraucherschützer raten Kundinnen und Kunden daher dazu, beim Online-Kauf möglichst per Rechnung oder per Lastschrift einzukaufen, um abgebuchtes Geld notfalls zurückbuchen zu können, falls etwas nicht stimmen sollte. Per Vorkasse dagegen solle man im Internet besser nicht einkaufen.

Oft lockten Fake-Unternehmen, deren Name und deren Erscheinungsbild jenen etablierter Firmen täuschend ähnlich sind, ihre Opfer über die Zahlungsweise in eine Falle. Sie offerierten ihnen zum Schein zunächst mehrere Zahlungsmöglichkeiten und erschlichen sich auf diese Weise das Vertrauen ihrer Opfer. "Wenn man dann aber beispielsweise 'Kreditkarte' anklickt, erscheint auf einmal ein Hinweis wie: Kreditkartenzahlungen nicht möglich", beschreibt Mathias Hufländer von der Verbraucherzentrale Bremen das Vorgehen. Auf einmal bleibe die Vorkasse als einzige Zahlungsoption übrig.

Computertastatur mit der Aufschrift Fake Shop
Nicht jeder Online-Shop, der echt aussieht, ist es auch. Fake-Unternehmen zocken immer wieder gutgläubige Kundinnen und Kunden mit falschen Angeboten ab. Bild: DPA | Bildagentur-online/Ohde

Statt sich darauf einzulassen, solle man lieber kritisch ins Impressum der Website gucken. Meist entdecke man dann Webadressen mit Endungen wie "de.com" oder ähnliche Ungereimtheiten, an denen man erkenne, dass es sich bei der vermeintlich etablierten Firma um ein Fake-Unternehmen handele.

2 Künstlicher Druck

Doch auch auf legale Weise werden der Verbraucherzentrale Bremen zufolge viele Kundinnen und Kunden im Zuge großer Rabattaktionen zu unsinnigen oder zumindest zu schlechten Käufen verleitet, gern mithilfe künstlich gesetzter Fristen. Verbraucherschützer Mathias Hufländer denkt in diesem Zusammenhang etwa an Counter von Online-Shops, die dem Kunden vorzählen, wie viele oder – besser gesagt – wenige Artikel eines bestimmten Produkts angeblich nur noch verfügbar seien.

Eine andere Variante bildeten ablaufende Sonderangebote, die nur für eine befristete Zeit gelten – für Zeit, die dem Kunden gern mit einem kaum zu übersehenden Countdown vor Augen geführt wird. "Von so etwas sollte man sich nicht irre machen lassen. Die Erfahrung zeigt: Ist das eine Angebot vorbei, folgt das nächste."

Ohnehin mangele es nicht an Rabattaktionen. Im Gegenteil: Dem Black Friday, dessen Angebote oft bis Sonntag gelten, folge der Cyber Monday und schließlich, wenn nicht noch weitere Rabattaktionen dazu kommen, der Weihnachtsschlussverkauf. "Die Hektik, die viele Shops verbreiten wollen, dieser Hektik muss ich mich nicht ergeben", so Hufländer.

3 Falsche Rabatte

Eine Person schaut sich die Black Friday Angebote auf der Online-Shopping-Seite auf seinem Tablet-Computer an.
Nicht jedes Angebot zum Black Friday, das zunächst sagenhaft günstig erscheint, ist es auch. Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Viele auf den ersten Blick fantastische Preisnachlässe am Black Friday und ähnlichen Tagen mit vermeintlichen Rabatten von über 50 Prozent beruhen nicht auf den realen Marktpreisen eines Artikels, sondern auf den meist wesentlichen höheren unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller. Auf diese aber dürfe man nicht viel geben, sagt Mathias Hufländer: "Das sind oft Mondpreise", so der Verbraucherschützer.

Hufländer stützt sich bei seiner Argumentation auch auf Stichproben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aus den vergangenen Jahren. Hiernach lagen die Preisreduzierungen an Rabatttagen wie dem Black Friday nicht bei den versprochenen 50 Prozent oder mehr, sondern oft unter 20 Prozent. "Man könnte auch sagen: Es waren so ähnliche Preise wie sonst auch, wenn kein Black Friday oder Cyber Monday ist", so Hufländer.

4 Falsche Schnäppchen

Viele Unternehmen und Händler nutzen der Verbraucherzentrale Bremen zufolge Rabattschlachten auch, um Ladenhüter zu verschleudern: Produkte, die nicht gut laufen oder auch solche, für die das Nachfolgemodell bereits im Lager steht oder im Anflug ist. "Da kann sich dann mein vermeintliches Schnäppchen im Nachhinein als Enttäuschung entpuppen“, sagt Hufländer. Er empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, Preise möglichst über mehrere Wochen hinweg zu beobachten. Wer so vorgehe, lerne zwischen echten und falschen Schnäppchen zu unterscheiden, entwickele ein Gespür dafür, was wirklich günstig sei, und was dagegen nicht. Bremerinnen und Bremer, die keine Zeit und keine Lust haben, ständig Preise zu vergleichen, könnten zumindest vor dem Kauf eines Produkts den Artikel in eine, besser noch in zwei verschiedene Preis-Suchmaschinen im Internet eingeben, rät Hufländer.

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 26. November 2021, 8:36 Uhr