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Neue Attraktion für Bremerhaven? Diesen Anbau plant der Zoo am Meer

Bremerhaven könnte um einen Publikumsmagnet reicher werden. In den Havenwelten soll das "Biodom" die immense Bedeutung der Artenvielfalt zeigen. Das sind die Pläne.

Zoo am Meer, Auswandererhaus, Klimahaus – Bremerhaven kann bereits mit einigen Attraktionen am neuen Hafen aufwarten. Direkt nebenan könnte demnächst ein weiteres großes Erlebnismuseum entstehen: Als Anbau und Erweiterung des Zoos ist das millionenschwere "Biodom" geplant – ein spektakulärer Bau zur biologischen Vielfalt. Erste Ideen wurden nun vorgestellt.

Eine Grafik zeigt ein Stein-Gebäude am Hafen und Menschen-Silhouetten davor.
So könnte das "Biodom" am Neuen Hafen nach einer Skizze aussehen. Bild: Dan Pearlman

Worum soll es im "Biodom" genau gehen?

Das "Biodom" soll sich unter dem Motto "Vielfalt erleben" um das Thema Artenvielfalt drehen. Also der abwechslungsreichen Welt der Flora und Fauna – mit dramatisch aktuellem Bezug: "Alle sprechen vom Klimawandel, aber der Verlust der Biodiversität ist genauso schlimm", sagte Zoo-Direktorin Heike Kück bei der Ideenpräsentation. Das 4.000 Quadratmeter große "Biodom" soll dazu beitragen, das Thema verstärkt in den Fokus zu rücken. Geplant sei, das Ökosystem Amazonas-Regenwald als Hotspot der Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten einerseits und die Folgen seiner Abholzung andererseits in den Mittelpunkt zu stellen.

Warum ist das Thema Artenvielfalt so drängend?

Rund eine Million Tier- und Pflanzenarten sind aktuell vom Aussterben bedroht. Nicht allein aufgrund des menschengemachten Klimawandels, aber auch. Artensterben sei ein natürlicher Prozess, werde aber laut der Zoo-Direktorin durch menschliches Handeln hundertfach beschleunigt. "Biologische Vielfalt ist die Voraussetzung für das Leben auf dem Planeten Erde", so Kück. "Diese darzustellen, die Menschen mitzunehmen, dass der Schutz der biologischen Vielfalt uns alle angeht, ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis unseres Ökosystems Erde." Ziel sei es, die Menschen durch den Besuch der örtlichen Einrichtungen zum Nachdenken und damit zum Handeln zu bewegen.

Mit dem "Biodom" hätten wir rund um den Neuen Hafen drei Themen abgebildet, die die Welt bewegen: das Deutsche Auswandererhaus mit Migration, das Klimahaus mit dem Klimawandel und der Zoo am Meer mit der Biodiversität.

Zoodirektorin Heike Kück mit einer Robbe
Heike Kück, Direktorin Zoo am Meer
Menschliche Silhouetten stehen in einem Museum an einem Exponat.
Das "Biodom" Erlebnismuseum soll zum Nachdenken und Handeln anregen. Bild: Dan Pearlman

Wie konkret sind die Pläne schon?

Beschlossen ist noch nichts, öffentlich präsentiert wurden nun erst einmal Ideen. Denn finanziell ist das mögliche Projekt längst nicht gesichert. 48 Millionen Euro sind für das Museum veranschlagt – mitfinanziert vom Bund, so hofft es zumindest Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD).

Ich bin mir ganz sicher, auch wenn das keine preiswerte Veranstaltung ist, dass sie sehr zukunftsgewandt ist. Der Bund hat vor, viel in Sachen Klimaentwicklung zu tun. Da passt so ein Museum hervorragend dazu.

Der Oberbürgermeister von Bremerhaven Melf Grantz im Interview.
Melf Grantz, Oberbürgermeister Bremerhaven

Auch werde der Tourismusstandort Bremerhaven laut Grantz gestärkt. Doch geht es dem Oberbürgermeister ebenfalls darum, den Platz am Neuen Hafen langfristig zu verändern. Das Museum würde auf dem Parkplatz vor dem Zoo am Meer gebaut und der Verkehr dort stark abnehmen. "Ich freue mich dann sehr darauf, weil wir nebenbei auch den Autoverkehr aus den Hafenwelten verbannen", so Grantz. "Das wird dann immer mehr ein urbanerer Raum."

Wie geht es für das Projekt jetzt weiter?

Als nächstes soll die Finanzierung geklärt werden. Das "Biodom" wird also Thema bei den Haushaltsberatungen werden. "Ich habe erste Gespräche geführt, diese gewaltige Summe aufzubringen", fasste Grantz die Bemühungen um die Zooerweiterung zusammen. "Ich hoffe sehr, dass es gelingen wird, dafür auch Gelder des Bundes zur Finanzierung zu bekommen." Baubeginn könnte dann frühestens in zwei, drei Jahren sein, sagte Grantz.

Die Zoo-Direktorin würde sich über den Anbau auf jeden Fall freuen: "Das macht den Zoo zukunftssicher", so Kück. "Artenvielfalt ist sowieso unser Thema und ein Haus mit diesem Thema extra zu bekommen, das passt einfach zum Zoo."

Diese neue Attraktion plant Bremerhaven für den Zoo am Meer

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 14. März 2022, 15:10 Uhr