Mobbing-Vorwürfe gegen ISB: Bremer Behörde sieht bislang keine Belege

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Ex-Mitarbeiter berichteten von Mobbing und Notenmanipulationen bei der International School. Die Bildungsbehörde prüft die Vorwürfe. Nun liegt ein Zwischenbericht vor.

Der Bremer Bildungsbehörde liegen bislang keine stichhaltigen Belege für Mobbing und Notenmanipulation an der International School Bremen (ISB) vor. Das geht aus einem Zwischenbericht der Behörde an die Bildungsdeputation hervor, der buten un binnen vorliegt.

Lehrkräfte der ISB hatten Anfang Februar gegenüber buten un binnen schwere Vorwürfe gegen die Privatschule erhoben. Diese reichten von systematischem Mobbing durch Vorgesetzte über rassistische Beleidigungen bis hin zu Notenmanipulation. Auch die Gewerkschaft GEW schloss sich den Mobbingvorwürfen an. Die Schulleitung hat die Anschuldigungen stets bestritten.

Bremer Behörde führte viele Gespräche

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe hat die Bildungsbehörde laut Bericht sowohl mit der Schulleitung als auch mit 17 ehemaligen und aktiven Beschäftigten der ISB gesprochen. Dem Vernehmen nach gehen die Darstellungen über die Zustände an der Privatschule stark auseinander. Zwar seien die Vorwürfe wiederholt worden, juristisch verwertbare Belege für systematisches Mobbing oder Notenmanipulation gibt es demnach aber bislang nicht.

Der Zwischenbericht wird der Bildungsdeputation am Mittwoch offiziell vorgestellt. Die Untersuchung der Behörde wird aber auch im Anschluss weiterlaufen.

Im Auftrag der ISB: Externe Untersuchung ist beendet

Auch die ISB selbst hat eine externe Untersuchung der Vorwürfe bei einer Arbeitsrechtskanzlei in Auftrag gegeben. In einer Pressemitteilung der ISB-Gesellschafter heißt es zum Ergebnis: "Konkret hat die Untersuchung zum Vorwurf der Notenmanipulation bei der Überprüfung keine Anhaltspunkte gefunden." Zudem seien keine Hinweise auf rassistische Vorfälle und ein systematisches Mobbing entdeckt worden. "Ich freue mich, dass anderslautende Vorwürfe auch durch die Compliance-Untersuchung nicht belegt werden konnten", wird ISB-Gesellschafter und Unternehmer Kurt Zech in dem Schreiben zitiert.

Wir werden dieses Thema mit höchster Priorität weiterverfolgen und hier konsequent im Interesse von Schule, Kindern, Beschäftigten und Eltern handeln.

Kurt Zech, ISB-Gesellschafter

Laut Bildungsbehörde geht aus der ISB-internen Untersuchung aber auch hervor, dass es Konflikte innerhalb des Kollegiums gebe. Allerdings gehe es dabei um unterschiedliche pädagogische Auffassungen oder schulpolitische Ansichten. Der mit der Untersuchung beauftragte Fachanwalt für Arbeitsrecht habe empfohlen, einen Mediator einzusetzen. Außerdem habe der Jurist sich dafür ausgesprochen, das Beschwerdemanagement der Schule zu überarbeiten.

Vor dem Arbeitsgericht Bremen sind derzeit noch Mobbing-Klagen zweier ehemaliger ISB-Lehrerinnen anhängig. Urteile werden Ende des Monats erwartet.

Autor

  • Sebastian Manz Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen um 6, 15. März 2022, 18 Uhr