Expertengremium empfiehlt Ausbildungsfonds für das Land Bremen

Mehrere Auszubildende im Betrieb.
Bild: Radio Bremen
  • Expertenkommission empfiehlt Fonds für mehr Ausbildungsplätze
  • Bis auf Kleinstunternehmen sollten alle einzahlen
  • DGB und Arbeitnehmer dafür – Handwerk und Handel dagegen

Bremen sollte einen Landesausbildungsfonds einrichten, um die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen und unversorgte Jugendliche zu qualifizieren. Das empfiehlt eine vom Senat eingesetzte Expertenkommission, die nun ihren Abschlussbericht vorgelegt hat. Bremen wäre das erste Bundesland, das einen solchen Fonds einführt.

Finanziert werden soll der Fonds durch eine Umlage, die alle Unternehmen zahlen. Lediglich Kleinstbetriebe könnten ausgenommen werden. Wer ausbildet, profitiert von diesem Fonds, denn damit sollen unterstützende Ausbildungsangebote finanziert werden, die die Betriebe bislang oft allein tragen. Das erhöht den Anreiz, auszubilden, glaubt die Kommission. Sie schlägt darüber hinaus vor, nach dänischem Vorbild auch einen Ausgleich für Berufsschultage aus dem Fonds zu zahlen. Auch sei es wichtig, die außerbetrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche ohne Lehrstelle fortzuführen.

DGB und Arbeitnehmer dafür – Handwerk und Handel dagegen

Beim DGB läuft die Kommission offene Türen ein. "Ausbildungsfonds jetzt umsetzen", fordert der Gewerkschaftsbund. Seit Jahren setzt er sich schon dafür ein, die Ausbildungskosten solidarisch auf Unternehmen zu verteilen. Auch die Arbeitnehmerkammer ist dafür. Der Fonds könne Betriebe und junge Menschen in der Ausbildung unterstützen und zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen, sagt die Kammer.

Von der Arbeitgeberseite dagegen kommt ein klares Nein. Handels- und Handwerkskammer sowie Unternehmensverbände warnen davor, Betriebe finanziell zusätzlich zu belasten und sehen darin auch einen Standortnachteil gegenüber dem niedersächsischen Umland. Die Ausbildungsquote in Bremen sei höher als der Bundesschnitt. Ein Problem, so die Arbeitgeber, sei aber das schulische Bildungsniveau vieler Jugendlicher in Bremen. Deshalb könnten viele Betriebe ihre Ausbildungsplätze gar nicht besetzen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 23. Mai 2022, 16 Uhr