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Bremen lässt Vertrag für Luca-App auslaufen

Aus für die Luca-App: Bremen lässt Vertrag mit Betreiber auslaufen

Bild: Radio Bremen
  • Bremen beendet Zusammenarbeit mit Betreiber der Luca-App
  • App sei keine Hilfe bei Kontaktnachverfolgung gewesen
  • Nur in zehn Fällen erfolgreich

Nach Schleswig-Holstein beendet mit Bremen nun das zweite Bundesland die Zusammenarbeit mit den Betreibern der Luca-App. In Bremen sei die Nutzbarkeit der App nicht erfolgreich gewesen, bilanziert Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) das Aus gegenüber buten un binnen. Für die Kontaktverfolgung durch das Gesundheitsamt sei die App keine große Hilfe gewesen. Deswegen werde der im März auslaufende Vertrag nicht verlängert.

Seit Vertragsbeginn vor knapp einem Jahr ist es nur in zehn Fällen gelungen, einen Corona-Kontakt durch die Daten aus der App zu ermitteln. Das Bremer Gesundheitsressort war von Anfang skeptisch, was den Nutzen der Luca-App betrifft. Der Senat hat für die Zusammenarbeit mit den Betreibern mehr als 220.000 Euro bezahlt.

Diskussion um Sicherheit der Luca-App

Neben mangelnder Nützlichkeit gab es in den vergangenen Monaten auch immer wieder Wirbel um die Datensicherheit der App. Zuletzt soll die Mainzer Polizei bei der Suche nach Zeugen über das Gesundheitsamt auf persönliche Daten der Luca-App zurückgegriffen haben.

Konzipiert wurde die App von zwei Software-Unternehmen, an denen der Musiker Smudo von den Fantastischen Vier finanziell beteiligt ist. Durch zahlreiche Talkshow-Auftritte, unter anderem bei Anne Will, wurde er schnell zum Gesicht des Produkts. Deutschlandweit waren die Gesundheitsämter zu Beginn der Krise mit der digitalen Kontaktnachverfolgung überfordert. Die Luca-App schien ein geeignetes Werkzeug zu sein, um Infektionsketten zu brechen.

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Autor

  • Torben Ostermann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Januar 2022, 19:30 Uhr