Wie sieht die Zukunft der ARD aus? Intendanten-Treffen in Bremen

Die Außenfassade des Funkhauses von Radio Bremen

Causa Schlesinger Thema in Bremen

Bild: Radio Bremen
  • ARD-Intendanten kommen zu Sitzung in Bremen zusammen
  • Eins der Themen sind die Vorfälle beim RBB
  • Intendantin Yvette Gerner sieht Radio Bremen gut geschützt

Die Intendanten der ARD-Landesrundfunkanstalten sowie Deutschlandradio und Deutscher Welle kommen in Bremen zusammen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Gespräche bei Radio Bremen stehen auch die Vorfälle rund um die Führungsspitze des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Außerdem geht es um die Weitergabe des ARD-Vorsitzes im kommenden Jahr.

Die Causa Patricia Schlesinger hat für einen ungeplanten Umbruch an der ARD-Führungsspitze gesorgt. Die ehemalige Intendantin des RBB hatte erst zum Jahreswechsel den ARD-Vorsitz von WDR-Intendant Tom Buhrow übernommen. Nach Schlesingers Rücktritt hat Buhrow den Posten interimsweise wieder übernommen. Im folgenden Jahr soll nun der SWR den Vorsitz übernehmen, ein Jahr früher als geplant. Darüber wird auf der Sitzung der Intendanten abgestimmt. Natürlich geht es auch um die Auswirkungen der Vorfälle beim RBB auf die anderen Landesrundfunkanstalten und die Frage, inwieweit diese davor geschützt sind.

Viel Transparenz bei Radio Bremen

Radio Bremen sieht die Gastgeberin, Intendantin Yvette Gerner, gut aufgestellt, zum Beispiel durch die in Bremen bereits vor Jahren beschlossenen Transparenz-Vorgaben. Daran müsse aber auch permanent gearbeitet werden, nicht nur im Austausch mit den eigenen Mitarbeitern, sondern auch im Austausch mit dem Publikum.

Was nützen einem die besten Compliance-Strukturen, wenn die nicht gelebt werden, wenn sie nicht verstanden werden. Und ich glaube, eine der Lehren aus den Vorfällen ist auch, dass wir in intensivem Austausch sein müssen und wir müssen dann offen sein und dem nachgehen. Und diese Transparenz gilt auch im Dialog mit dem Publikum.

Yvette Gerner, Intendantin bei Radio Bremen
Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen

Radio Bremen habe zudem als kleinster Sender in der ARD-Familie schon einige Sparrunden hinter sich gebracht. Das habe einen großen Zwang zu Kooperationen – und damit zu Transparenz – ausgeübt. "Aber natürlich sind wir immer wieder dabei zu überlegen, wie können wir das besser aufstellen." Eine Lähmung innerhalb der ARD durch die Vorfälle beim RBB sieht Gerner nicht.

Finanz- und medienpolitische Fragen auf der Tagesordnung

Weitere Themen der Intendanten-Tagung sind unter anderem die digitale Zukunft des ARD-Angebotes, die Frage, wie die Landesanstalten finanziell aufgestellt sind, aber auch medienpolitische Themen. Dazu gehört zum Beispiel das Schlichtungsverfahren einiger Landesrundfunkanstalten und dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in Sachen Presseähnlichkeit. Dabei geht es unter anderem um die Frage, inwieweit sich das Digitalangebot der betroffenen ARD-Anstalten von dem Angebot der BDZV-Mitglieder abgrenzen muss. Auch Radio Bremen ist von diesem Schlichtungsverfahren betroffen.

Radio Bremen: "Wir versuchen die Nase immer ganz vorne zu haben"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 13. September 2022, 8:10 Uhr