So produziert dieser Country-Star Musik zwischen Bremen und Nashville

Die Musikerin Ann Doka mit Gitarre auf der Bühne

Neues Album vorgestellt in der Bremen Vier Spätschicht

Bild: IMAGO | Future Image

Liebe, Trennung, neue Heimat entdecken, alte Freunde verlieren: Ann Doka hat im Norden ihr Zuhause gefunden – und thematisiert damit einhergehenden Veränderungen in ihrem neuen Album.

Schon vor etlichen Jahren zog es Ann Doka, die eigentlich Antje Hennecke heißt, aus dem hessischen Westerfeld (Taunus) in den Norden – erst nach Bremen, dann nach Stuhr. In ihrem Wohnzimmer entstehen die meisten ihrer Songs, die sie aktuell mit einem amerikanischen Label produziert.

Schon mit 14 entdeckte die Sängerin ihre Liebe zur Country-Musik. 2011 startete sie ihre Solo-Karriere und wurde mehrfach ausgezeichnet. Ihren Stil beschreibt sie selbst als Nashville-Songwriter- oder New-Country-Pop – jedenfalls lassen ihre Songs nicht sofort an Cowboy-Hut und dicke Gürtelschnalle denken.

Mittlerweile sage ich, es ist so ungefähr Songwriter-Pop mit einer Note Nashville.

Ann Doka
Albumcover Ann Doka "House of Change"
Ann Dokas neues Albumcover. Bild: NASH*DASH Records

Am 1. April ist ihr neues Album "House Of Change" erschienen – exakt an ihrem 42. Geburtstag. Darin geht es um Veränderungen, die sie erlebt hat und die sie entdeckt, wie die Räume eines Hauses. Der Begriff "House of Change" geht auf die Idee eines schwedischen Psychologen zurück: Für ihn beginnt die Reise im Raum der Zufriedenheit, geht weiter zur Ablehnung, Verwirrung und letztlich zur Erneuerung.

Im Hauptberuf Marketing-Managerin

"Nur, wenn man den kompletten Weg nimmt, dann kommt man mit sich ins Reine – auch mit dieser Veränderung." So beschreibt Ann Doka ihre Botschaft für dieses Album. Sie appelliert an alle, die meinen, sich in einer ausweglosen Situation zu befinden: Geht weiter, bleibt einfach nicht stehen! Ihr Interesse an Psychologie hat sie als Kommunikationstrainerin entwickelt – denn im Hauptberuf ist sie Marketing-Managerin.

Neue Räume zum Musizieren hat sie gefunden. Ihr Wohnzimmer ist solch ein Ort. Ein lichtdurchfluteter, weiter Raum. Dort steht ihre Gitarre. Viele Texte entstehen intuitiv zur Musik. Wenn ihr unterwegs spontan Ideen kommen, nimmt sie diese in Sprach-Memos auf und bewertet sie mit Herzchen. So kann sie sich später besser in ihren Ideen orientieren. Und noch etwas ist ihr wichtig: Vor dem Songwriting muss aufgeräumt sein.

Studioalbum aus dem Homeoffice

Im Mekka der Country-Musik – in Nashville im US-Staat Tennessee – sitzt ihr Produzent Jonathan Rice. Mit ihm hat sie sich in den letzten beiden Jahren regelmäßig per Videocall zusammengeschaltet, um über die neusten Versionen zu sprechen und die nächsten Schritte abzuklären. Normalerweise wäre sie zu ihm geflogen und hätte die Aufnahmen im Studio gemacht. Aber eine Reise während der Corona-Beschränkungen war ausgeschlossen.

Stattdessen hat Ann Doka ihre Gesangsspuren im heimischen Studio aufgenommen und nach Nashville geschickt. Musikalisch erinnert in ihrem neuen Album sehr vieles an Popmusik – aber es gibt auch rockige Elemente. Jeder Song soll anders klingen – so wie die verschiedenen Räume des "House Of Changes".

Bei Bremen Eins als Album der Woche vorgestellt:

Rückblick 2020:

Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Spätschicht, 5. April 2022, 21:11 Uhr