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Nach dem Angriff auf eine Transfrau in Bremen: Was bisher bekannt ist

Christopher Street Day in Bremen
Der brutale Angriff hat viele Bremerinnen und Bremer schockiert. Zu einer Mahnwache für das Opfer kamen 250 Menschen. Bild: DPA | Sina Schuldt

Die Polizei wertet zurzeit die Videos der Überwachungskamera aus und befragt Zeugen. Wir geben einen Überblick darüber, was bislang über den Angriff bekannt ist.

Es ist eine Meldung, die weit über die Grenzen von Bremen hinaus für Entsetzen gesorgt hat: Am vergangenen Samstag wurde eine Transfrau in einer Bremer Straßenbahn von einer Gruppe von rund 15 Jugendlichen brutal attackiert. Zunächst beleidigten die Jugendlichen die Frau und rissen ihr eine Perücke vom Kopf. Einer der Jugendlichen schlug der Frau dann mehrfach mit beiden Fäusten ins Gesicht, wobei er von den anderen angefeuert wurde. Die Frau kam mit schweren Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus. Eine Woche zuvor gab es in Münster eine tödliche Attacke auf einen Transmann. Wir fassen zusammen, wie der Stand der Ermittlungen in dem Bremer Fall ist.

Zehn bis 15 Jugendliche waren an der Tat beteiligt. Als einer von ihnen zuschlug, feuerten die anderen ihn an. Weiß die Polizei inzwischen mehr über die Angreifer?
Das ist unklar, die Bremer Polizei verweist aktuell darauf, dass die Ermittlungen noch laufen. "Wir haben viele Zeugenhinweise bekommen, die werten wir jetzt aus", sagte Sprecher Nils Matthiesen auf Anfrage. Schon bekannt ist, dass Zeugen den Jugendlichen, der die Frau schlug, auf 14 bis 16 Jahre schätzen.
Es kursiert aktuell das Gerücht, dass die Tätergruppe in Bremen als "prügelende Jugendbande" bekannt ist. Was ist da dran?
Dazu gibt es keine gesicherten Informationen. Die "Bild"-Zeitung berichtet, dass eine Kiosk-Verkäuferin die Täter-Gruppe kennt und sie offenbar als bedrohlich wahrnimmt. Dass es sich bei den Tätern um eine in der Neustadt bekannte Gruppe handelt, bestätigte die Polizei auf Anfrage nicht. Das lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, "die Ermittlungen dauern an", sagt Sprecher Matthiesen. Aktuell wertet die Polizei die Videos der Überwachungskameras aus. Sollten die Jugendlichen bereits in der Vergangenheit straffällig geworden sein, könnten sie dann schnell identifiziert werden.
Wie geht es dem Opfer?
Die 57-Jährige wurde laut Polizei inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen. Sie wurde dort nach dem Angriff mit schweren Gesichtsverletzungen eingeliefert. Der Täter schlug dem Opfer mehrfach mit beiden Fäusten ins Gesicht.
Welche Konsequenzen ziehen Bremer Politiker aus der Tat?
Die Politikerinnen und Politiker wollen vor allem den ÖPNV sicherer machen und Minderheiten bei ihren Fahrten schützen. Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) etwa kündigte an, mit dem Innenressort und der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) darüber beraten zu wollen, wie Busse und Bahne sicherer werden können. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion meldete eine Aktuelle Stunde zu dem Thema an. "Wenn Menschen aufgrund ihrer äußeren Merkmale in aller Öffentlichkeit, etwa im Nahverkehr, angegriffen werden, müssen wir mehr für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger tun", erklärte die Sprecherin der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft für Gleichberechtigung, Sina Dertwinkel.
Welche Strafe droht dem Täter, wenn er gefasst wird?
Nach Angaben der Polizei drohen dem Täter bis zu zehn Jahren Gefängnis. Die Polizei stuft die Tat als gefährliche Körperverletzung ein.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. September 2022, 6 Uhr