Nein, Tanke! 7 Tipps für Alternativen zum Auto in Bremen

Ein Auto wird betankt, darin spiegeln sich zwei Fahrradfahrerinnen (Montage)
Tanken ist zurzeit so teuer, dass viele Bremerinnen und Bremer lieber darauf verzichten. Bild: Imago | Beautiful Sports/KJPeters/U. J. Alexander

Autofahren ist so teuer wie nie – wer kann, nutzt öffentliche Verkehrsmittel, fährt Rad oder geht zu Fuß. Wir haben Tipps, wie das Umsteigen leichter fällt.

Verkehrsexpertinnen und -experten der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der Initiative Bremen Bike it! und sogar vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) sind sich einig: Zumindest auf einigen Strecken aufs Auto zu verzichten, ist in vielen Fällen möglich. Wer trotzdem nicht verzichten kann, findet am Ende des Artikels Tipps zum Sprit sparen.

1 Strecke checken

Viele Fahrten mit dem Auto in der Stadt sind verzichtbar, sagen Expertinnen und Experten. Der Grund: Sie sind unter fünf Kilometer lang. Auf dieser Länge sind Bus und Bahn oder das Fahrrad meist deutlich schneller als das Auto, denn vor allem die lästige Suche nach einem Parkplatz fällt weg.

Welches Verkehrsmittel tatsächlich am schnellsten ist, erfahren Sie zum Beispiel auf einen Blick bei Google Maps. Dort können Sie umschalten zwischen Auto, öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad oder Fußweg.

2 Gut zu Fuß

Menschen nutzen das gute Wetter und spazieren an der Schlachte.
Bei gutem Wetter füllt sich die Schlachte schnell mit Fußgängern. Bild: Radio Bremen

Besonders in der Innenstadt ist zu Fuß gehen oft am praktischsten. Wussten Sie, dass Erwachsene bis 60 Jahren täglich 8.000 bis 10.000 Schritte gehen sollten, um das Risiko zu senken, verfrüht zu sterben? Ab 60 reichen 6.000 bis 8.000 Schritte täglich, so eine Studie der Universität von Massachusetts Amherst. Mehr Schritte tragen zur Fitness bei, verlängern aber nicht die Lebenszeit, so die Leiterin der Studie.

In Bremen setzt sich der Verein Fuss e.V. dafür ein, den Fußverkehr in der Stadt zu verbessern. Die Kritik bisher: an vielen Stellen gibt es zu wenige Möglichkeiten, große Straßen zu überqueren. Außerdem stören Autos, die auf den Gehsteigen parken.

3 Ab aufs Rad

Ein silber-blaues Vintage Rennrad lehnt an einer Bank im hohen Gras, dahinter sieht man den blauen Himmel über dem Bremer Blocklands.
So schön kann radeln in Bremen sein. Bild: Radio Bremen | Josephine Gotzes

Rund ein Viertel aller Strecken in Bremen werden schon jetzt mit dem Rad zurückgelegt. Für fast die Hälfte der Bremerinnen und Bremer ist das Fahrrad außerdem das liebste Verkehrsmittel. Das hat die repräsentative Befragung einer großen Versicherung im vergangenen Jahr herausgefunden. Wenn Sie sich nach einer längeren Pause wieder aufs Rad setzen, empfiehlt Pina Pohl vom ADFC in Bremen, auf diese Dinge zu achten:

  • Rad checken: Bevor Sie Ihr altes Gästefahrrad aus dem Keller besteigen, lassen Sie es lieber noch einmal warten. Vor allem Bremsen und Licht müssen einwandfrei funktionieren. Auch der Luftdruck auf den Reifen sollte stimmen, damit Sie zügig vorankommen..
  • Sitzposition richtig einstellen: Wer nicht richtig sitzt, bekommt Rücken- oder Knieschmerzen – und lässt das Rad dann vielleicht schnell wieder stehen. .
  • Mit den Verkehrsregeln vertraut machen: Auch als Radfahrerin oder -fahrer gelten die meisten Verkehrsregeln unverändert weiter – und einige extra Regeln gibt es außerdem..
  • Mehr Infos finden Sie auf den Seiten des ADFC. .

4 Ein Dorf mit Straßenbahn

Eine Bremer Straßenbahn in der Innenstadt.
Die BSAG hat in der Pandemie rund ein Drittel ihrer Fahrgäste verloren. Bild: Radio Bremen

Wer in Bremen nicht Fahrrad fahren möchte oder kann, kann auf Busse und Bahnen ausweichen. Die Stadtteile sind unterschiedlich gut angebunden, grundsätzlich aber alle erreichbar. Tickets bekommen Fahrgäste in den Fahrzeugen, mit verschiedenen Ticket-Karten – und seit einem Jahr auch direkt in der BOB-App. Achtung! In den Bussen und Bahnen der BSAG gilt aktuell noch 3G und Maskenpflicht.

Wer nur gelegentlich fährt, nutzt am besten die BOB-App oder die BOB-Karte. Diese bietet den tagesaktuell besten Preis. Das heißt, fährt man an einem Tag öfter als zwei Mal, rechnet die App beispielsweise die günstigere Tageskarte ab. Für alle, die regelmäßig fahren, lohnen sich Wochen- oder Monatskarten. Wann genau die nächste Bahn abfährt und mit welchem Bus Sie am schnellsten Ihr Ziel erreichen, erfahren Sie in der Fahrplaner-App des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN). Sie können in dieser App auch direkt Ihr Ticket kaufen.

Seit kurzem hat der VBN außerdem eine ganz neue Ticket-App. Der Vorteil der Fairtiq-App: Sie müssen zum Fahrtbeginn keine Zone, kein bestimmtes Ticket oder einen Tarif auswählen. Wer in Bus oder Bahn einsteigt, tippt auf "Start" und beim Aussteigen auf "Stopp". Den Rest erledigt die App.

5 Mit Roller und Leihbike unterwegs

E-Roller von Voi in Bremen.
In Bremen dürfen maximal 2.500 Roller stehen. Bild: Radio Bremen | Immo Maus

Keine Lust auf die Bahn, kein eigenes Rad zur Hand oder keinen passenden Anschlussbus gefunden? In Bremen stehen die E-Scooter von Voi und Tier zur Verfügung und die Leih-Fahrräder des Weser-Kuriers. Sie sind vor allem praktisch für die letzten Meter bis zur Haustür oder Gegenden, die sonst schwer erreichbar sind.

Die Fahrräder haben feste Standorte, die Roller können Sie überall ausleihen und abstellen. Aber Achtung! Für die E-Scooter gelten verschiedene Beschränkungen. Sie dürfen mit ihnen zum Beispiel nicht im Bürgerpark fahren und sie auch nur in einem bestimmten Radius rund um die Innenstadt abstellen.

6 Fahrgemeinschaften bilden

Wer trotz allem nicht auf sein Auto verzichten kann, könnte über eine Fahrgemeinschaft nachdenken. Nils Linge, Pressesprecher des ADAC in Bremen, sieht dabei auch die Firmen in der Verantwortung: Sie könnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im selben Stadtteil wohnen, am einfachsten zusammenbringen.

7 Sprit sparend fahren

Bis zu 25 Prozent können Sie mit einer Sprit-sparenden Fahrweise einsparen, so das Versprechen des ADAC. Die wichtigsten Tipps dabei:

  • Möglichst schnell in den höchsten Gang kommen. Das heißt, auch in der Stadt im fünften oder sechsten Gang fahren..
  • Außerdem vorausschauend fahren und rechtzeitig den Fuß vom Gas nehmen..
  • Mehr Infos bekommen Sie auf den Seiten des ADAC. .

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Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Sarah Kumpf Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. März 2022, 19:30 Uhr