Night of Light: Bremer Gebäude in rot getaucht

Ein Schiff und ein Turm strahlen rot in der Nacht unter dunklem bewölkten Himmel.
Bild: Arno Specht | Arno Specht
Bild: Arno Specht | Arno Specht

Von der Bremer Stadthalle bis zum Loschenturm in Bremerhaven – mit der Aktion hat die Veranstaltungsbranche erneut auf ihre Not in der Corona-Pandemie hingewiesen.

Zum zweiten Mal in der Corona-Krise hatten die Initiatoren der "Night of Light Aktion" dazu aufgerufen, sämtliche Bauwerke in Europa rot zu beleuchten. Mit dabei waren am Dienstagabend auch der Bremerhavener Simon-Loschen-Turm, das Bremer Rathaus und die Bremer Handelskammer. Mit dieser Aktion wollten die Initiatoren und Teilnehmer auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in der Veranstaltungsbranche aufmerksam machen. "Wir nehmen an dieser Aktion teil, weil die Veranstaltungsbranche gemeinsam mit dem Handel besonders von der Corona-Pandemie betroffen war und ist", sagte Günther Lübbe von der Handelskammer Bremen.

Die Veranstaltungsbranche ist der Wirtschaftszweig, der am längsten von den Auswirkungen der Krise betroffen ist. Denn vor allem Großveranstaltungen sind seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verboten. Laut Tom Koperek, der Initiator der Aktion "Night of Light", hat die Veranstaltungsbrache 2020 mehr als 90 Prozent ihres Umsatzes verloren.

Situation der Veranstaltungsbranche unverändert

Die Bremer Stadtmusikanten rot angeleuchtet.
Im Rahmen der Aktion "Night of Light" leuchteten letztes Jahr allein in Bremen mehr als 60 Locations. Unter anderem die Bremer Stadtmusikanten, der Fernsehturm und das Universum. Bild: Radio Bremen

Auch wenn im Moment die Corona-Maßnahmen gelockert werden, bleibt die Situation für große Veranstaltungsspielstätten wie der Stadthalle unverändert. "Die Hygienekonzepte sind bis ins Detail ausgearbeitet, dazu bringt die Größe und Technik der Stadthalle alles mit, um die Maßnahmen durchzusetzen. Eine Veranstaltung mit knapp 2.000 Personen – was einer Auslastung von 25 Prozent entspricht – wäre so theoretisch möglich. Denn Fakt ist: Ein Konzert mit 250 Personen – wie es aktuell durch die Corona-Verordnung des Landes Bremen erlaubt ist – macht für die Veranstalter in unserer großen Arena wirtschaftlich wenig Sinn", so Andreas Adolph, Leiter der Stadthalle. "Deshalb erstrahlt unsere ÖVB-Arena erneut in dieser Woche in Rot – ein flammendes Zeichen für eine Branche in Not".

Auch Tom Koperek beklagt die fehlende Perspektive. "Aufgrund mangelnder Perspektive können wir bis Jahresende keinen Umsatz generieren. Die Veranstaltungen, die wir aktuell machen, sind nicht wirtschaftlich durchführbar", sagt Koperek.

Initiator fordert Verlängerung der Überbrückungshilfen

Im Moment erhalten die betroffenen Unternehmen der Veranstaltungs- und Kulturbranche bis Ende September 2021 noch die sogenannte Überbrückungshilfe III. Tom Koperek wünscht sich aber, dass die finanziellen Hilfsprogramme bis zum Ende des Jahres verlängert werden, damit keine Firma insolvent gehen muss: "Es hat keinen Sinn, dass die Firmen, die wir eineinhalb Jahre übers Wasser gehalten haben, nun doch über den Jordan gehen." Deshalb will Koperek den Dialog mit der Politik weiterhin aufrechterhalten und mit Aktionen wie "Night of Light" auf die Situation der Veranstaltungsbranche aufmerksam machen.

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Autorin

  • Necla Süre Volontärin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 22. Juni 2021, 17:40 Uhr