Coronageschichten

Ein Song zur Corona-Zeit: Radio Bremen-Volontär Till wird kreativ

Video vom 8. Mai 2020
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Till hat mit seinen Volokolleg*innen ein Video gedreht. Den Song dazu hat er selbst geschrieben und produziert Bild: Till

Till aka 'Loco Lorenzen', 30 Jahre, aus Bremen
"Soziale Distanz. Wenige Wörter haben es wohl so schnell in unseren allgemeinen Sprachgebrauch geschafft wie 'Soziale Distanz'. 1,5 Meter Abstand, besser zwei. Bei mir kommt es nicht so häufig vor, dass ein Thema für ein Lied derart auf dem Silbertablett präsentiert wird und sich der Text dadurch fast von alleine schreibt. Der Song 'Soziale Distanz' ist quasi in fünf Minuten entstanden.

Mitte März waren wir Volontärinnen und Volontäre von Radio Bremen noch für ein Projekt in Berlin, doch als die Schulen geschlossen wurden, sind wir schnell nach Bremen zurückgekehrt. Auf unserem Instagram-Account haben wir daraufhin eine Story gebastelt, was wir nun mit der vielen freien Zeit zu Hause so anstellen: Stricken, Aufräumen, Balkon bepflanzen. Das Übliche. Mein Kollege Leonard hat aber auch ein kleines Video von sich gedreht, in dem er Mundharmonika gespielt hat. Und da hatte ich eine Idee.

Ich mache selbst Musik und dachte mir: Warum nicht ein kleines Liedchen zum Thema Corona und Soziale Distanz produzieren. Bisschen humorig, aber durchaus auch ernst gemeint. Das erste Mosaiksteinchen war die Mundharmonika-Melodie. Ziemlich simpel eigentlich, gerade deswegen genau richtig. Rund um das Mundharmonika-Sample habe ich die anderen Instrumente und Sounds gebaut. Ein einfacher Bass-Lauf, ein paar Synthesizer und die Drums.

Dann der Text. Mir geisterte die ganze Zeit der Begriff 'Soziale Distanz' im Kopf herum. Auch weil nicht so ganz klar war, wann ich meine Volo-Kolleg*innen wohl wiedersehen würde. Ehrlich gesagt ging der Rest ziemlich schnell, mehr als zehn Minuten habe ich für den Text nicht gebraucht. Den Reim 'Hey Leute, jetzt heißt es sich benehmen / Nicht mit den coolen Kids an der Ecke stehen' finde ich einen Monat später immer noch gut. Aber kein Corona-Song ohne Video. Da kamen dann meine Kolleg*innen wieder ins Spiel.

Den fertigen Song habe ich allen schnell geschickt und sie gebeten dazu ein bisschen zu performen. Oder sich schlicht dabei zu filmen, was sie eben gerade so zu Hause machen. Und es dauerte nicht lang, da hatte ich von ihnen viel zu viel Videomaterial bekommen. Und zwar genau in der Art, wie ich es mir vorgestellt hatte: Humorig, aber eben auch ein bisschen ernst. Dann hab ich mich fix selbst als 'Rapper' gefilmt und hatte großen Spaß daran, das alles zu einem kleinen Clip zusammenzuschneiden.

Der Song ist bestimmt nicht Weltklasse, aber Musik zu machen und kreativ zu bleiben hat mich in den letzten Wochen auf jeden Fall das eine oder andere Mal vorm Durchdrehen bewahrt. Und hey, wir hatten einen Corona-Song noch vor Bands wie Die Ärzte oder YouTubern wie Phil Laude.

Gut - nur die Reichweite fehlte ein bisschen... "

(E-Mail vom 27. April 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. Mai 2020, 19:30 Uhr