Coronageschichten

Wie aus einem Video-Schulprojekt eine bundesweite Challenge wurde

Ein junger Mann sitz am Frühstückstisch und telefoniert mit seinem Freunden per Video. Auf dem Tisch stehen eine Müslischüssel, ein Saftglas udn eine Blume.
Ruben wollte in der Corona-Zeit zeigen: Wir sitzen alle im gleichen Boot. Er hat sich Videoclips schicken lassen und daraus ein Gesamtvideo erstellt. Bild: Ruben

Ruben, 17 Jahre, aus Bremen:
"Ich habe schon einige Videoprojekte für meine Oberschule an der Egge in Blumenthal übernommen. So kam es, dass mein ehemaliger Klassenlehrer Herr Dirbach mich angesprochen und gefragt hat, ob ich Bock auf ein neues Videoprojekt hätte. Es ging darum, dass eine Kunstlehrerin mit ihren Schülerinnen und Schülern zeigen wollte, dass wir alle im gleichen Boot sitzen – und wir alle mit dieser Corona-Quarantäne-Isolations-Lage gleichermaßen zu kämpfen haben.

Die Lehrer wollten auch etwas beisteuern, um die Schüler zu motivieren und die Hemmschwelle zu senken – sie wollten den legendären Song 'Imagine' von John Lennon zusammen covern. Ich habe dann allerlei Videoclips geschickt bekommen und mit meinem Lehrer daraus ein Musikvideo kreiert.

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Mir ist echt aufgefallen, dass alle hochmotiviert waren. Es war total schön, mal wieder ein Gemeinschaftsgefühl zu haben. Dieses Gefühl habe ich echt vermisst in dieser ganzen Corona-Zeit. Das Video habe ich dann stolz auf YouTube hochgeladen und es gab richtig gutes Feedback – auch von den Schülern. Nach wenigen Stunden hatte das Video mehrere tausend Klicks erreicht.

Meinem Lehrer Herr Dirbach und mir war dann einfach klar: Das muss größer werden. Deswegen haben wir noch eine zweite Runde gestartet – bundesweit. Und so entstand die #eggeartchallenge. Wir wollten nämlich einen Song performen: 'Zuhause' von Adel Tawil. Der Refrain: 'Zuhause ist da, wo deine Freunde sind'. Das klingt vielleicht ein bisschen banal, aber ich denke in dieser Corona-Zeit hat das eine ziemlich große Botschaft. Weil: Wir können unsere Freunde gerade nicht physisch sehen, aber wir haben allerlei Tricks, mit ihnen verbunden zu sein. Und sie sind immer noch für uns da. Auch wenn wir alle zu Hause sind, heißt das nicht, dass wir nicht gemeinsam alle an einem Strang ziehen können.

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Deswegen wollte ich diese Nachricht nochmal in die Welt bringen und auch eine Plattform finden, für den Alltag in Corona-Zeiten. Jeder sollte zeigen, was er oder sie aus dieser Situation macht. Viele haben mir Videos von Hobbys geschickt – vom alltäglichen Videochatten bis hin zu Singpassagen. Am Ende ist dann ein Video entstanden. Das Projekt soll denjenigen Mut geben, die ihren Glauben verloren haben, und den vielen Menschen danken, die in den systemrelevanten Berufen alles am Laufen halten!

Ich bin wirklich sehr stolz auf dieses Video, weil es zeigt: Aus dieser Zeit kann man auch etwas Produktives machen. Es bringt nichts, einfach den Kopf in den Sand zu stecken. Man muss immer sehen, was man aus der Situation macht. Und ich hoffe, dass dieses Projekt eine Sache ist, worauf man auch nach dieser Zeit schauen und stolz sein kann.

Das Projekt hat mir auch gezeigt, dass unsere Online-Persönlichkeit direkt mit uns als reale Personen gekoppelt ist. Sie muss genau den gleichen Respekt und die gleiche Achtung erfahren. Ich finde es super, dass sich so viele getraut haben zu singen – auch wenn sie nicht perfekt singen können."

(Sprachnachricht vom 26. Mai 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. März 2020, 19:30 Uhr