Coronageschichten

Hilfe aus Bremen für Bedürftige auf den Philippinen

Eine junge, dunkelhaarige Frau mit Mundschutz und Gummihandschuhen übergibt eine grüne Tüte an eine Frau mit kurzen, braunen Haaren, die ebenfalls einen Mundschutz trägt.
Als die Corona-Krise die Philippinen erreichte, entschloss sich Jufel, den Bedürftigen vor Ort zu helfen: Zusammen mit ihrem Mann in Bremen sammelte sie Spenden für Care-Pakete. Bild: Rene

Rene, 43 Jahre, aus Bremen
"Noch vor der weltweiten Krise ist meine Frau Jufel zurück in ihr Heimatland die Philippinen geflogen, um eine Zahnbehandlung abzuschließen. Und dann zack. Alles machte dicht. Inlands- und Auslandsflüge gestrichen und die Pandemie nahm ihren Lauf. Auch dort wurde das öffentliche Leben zu einem großen Teil eingeschränkt, nur eben noch härter als hier. Da die medizinische Versorgung auf den Philippinen nicht an die deutsche heranreicht, ist es wohl auch gut so, um die Ansteckungen im Zaun zu halten. Zum Glück ist ihr Rückflug erst im September geplant gewesen...

Aber was soll sie dort machen, wenn Läden, Märkte und eben fast alles extrem eingeschränkt ist? Öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen wie hier: Fehlanzeige...

Wenn man wohin will oder muss, dann meist erst mit einem Hubble Hubble (Motorrad), dann umsteigen in einen Jeepney (umgebauter Jeep mit Transportfläche für zehn Personen, auf einer Bank nebeneinander sitzend). Ansteckungsgefahr vollends gegeben...

Auch wenn meine Frau und ich selbst nicht viel haben, haben wir uns entschlossen, den Menschen dort etwas zu helfen. Sie hatte mich gefragt, ob ich nicht etwas sammeln könnte – für diejenigen, denen es gerade jetzt noch schlechter geht. Also solchen, die durch Covid-19 jetzt auch keiner Arbeit mehr nachgehen können.

Auch wenn es dann nur für eine kleine Anzahl an Essenspaketen reichte und bei ihr das Ansteckungsrisiko stieg, war die Aktion doch großer Erfolg und vor allem eine große Freude für alle Beteiligten. Manche hatten nichts mehr und wussten auch nicht, wie es die nächsten Tage weiter gehen sollte. Wir möchten uns in diesem Sinne sehr herzlich bei meinen Arbeitskollegen bedanken, die uns dabei unterstützt haben."

(E-Mail vom 18. April 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. März 2020, 19:30 Uhr