Coronageschichten

Keine Besuche: Hausschwein Ratz vermisst seine Streicheleinheiten

Paula, 25 Jahre, aus Bremen
"Ich arbeite als Pädagogin auf der Stadtteilfarm Huchting. Hier ist momentan nicht viel los. Wir wissen immer noch nicht, wann wir unsere Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit wieder öffnen können. Was ich hier beobachte ist, dass unsere Tiere die Besucher vermissen.

Unser Minischwein Ratz muss auf die vielen Kinder verzichten, die es sonst immer streicheln und verwöhnen. Ratz macht jetzt jeden Tag einen Spaziergang über das ganze Farmgelände.

Morgens huscht Ratz schnell aus seinem Gehege, um in die Schüsseln der Gänse zu gucken. Ist dort noch etwas von ihrem Frühstück übrig? Danach macht er einen Abstecher zu den Ziegen. Auch im Pferdestall schaut Ratz auf seinem Kontrollgang regelmäßig nach dem Rechten. Dort könnten in der Futterküche noch Speisereste auf dem Boden liegen – das weiß unser Hausschwein natürlich. Das Heu der Schafe ist für unseren alten Senior mit seinen 13 Jahren nicht sehr interessant. Auch die Alpakas interessieren ihn wenig. Die sind ihm einfach zu groß.

Gegen Mittag schlendert Ratz dann zurück in sein Revier und wartet auf das Mittagessen. Bei dem großartigen Wetter der letzten Wochen liegt unser Minischwein dann zum Mittagsschlaf in der Sonne und träumt wohl davon, wie die Kinder es bald wieder liebkosen werden.

Wir Mitarbeiter kommen auch nicht mehr alle gleichzeitig zur Arbeit. Für die Tiere ist das ungewohnt, aber wir freuen uns alle auf die Wiedereröffnung – auch wenn wir noch keine Rückmeldung von der Senatorin für Soziales haben. Wenn wir eine Rückmeldung bekommen, wollen wir in kleinen Schritten wieder öffnen."

(E-Mail vom 7. Mai 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. März 2020, 19:30 Uhr