Coronageschichten

Nirban findet: "Diese Zeit konfrontiert uns total mit uns selbst"

Eine Frau mit langen Haaren lächelt glücklich - im Hintergrund ist ein Baum zu sehen
Nirban versucht die freie Zeit in der Natur zu genießen und findet so mehr zu sich selbst. Bild: Nirban

Nirban, 56 Jahre, aus Bremen
"Aktuell arbeite ich aufgrund von Kurzarbeit nur noch zweieinhalb Stunden täglich im Homeoffice. Meine Yoga- und Gesprächsangebote können gerade nicht stattfinden. Insgesamt genieße ich jedoch den durch den Coronavirus bedingten Rückzug.

Es fühlt sich für mich entspannend an, dass das übliche Treiben in der Stadt weniger ist. Es zieht mich sehr in die Natur, und ich bin sehr dankbar, dass es Frühling ist und alles neu erblüht. Ich spüre all das noch viel intensiver als sonst und erlebe die Natur als ganz kraftvoll inspirierend.

Neulich habe ich bei einem Spaziergang innegehalten und meiner Seele gelauscht: Ich habe ein Dach über dem Kopf, ich habe etwas zu essen, ich bin gesund, ich atme, die Natur und meine Verbindung zu mir selbst geben mir Kraft und einen inneren Frieden. Im Jetzt und in Verbindung zu mir selbst zu sein, unterstützt mich, Sorgen und Gedanken über die Zukunft auszubremsen.

Ich spüre insgesamt eine viel größere Dankbarkeit allem gegenüber, denn nichts fühlt sich mehr selbstverständlich an. Und das ist für mich ein Geschenk dieser Zeit. Genauso wie scheinbar kleine Alltagsbegebenheiten, wie ein Lächeln, eine zwischenmenschliche Verbindung im Vorübergehen, ein Dankeschön.

Ich habe schon so viele kleine glückselige Momente erlebt in den letzten Wochen, die mein Leben sehr bereichern und mir nochmal mehr bewusst machen: Was ist eigentlich wirklich wichtig im Leben?!

Um gerade auch jetzt Menschen zu unterstützen, gehe ich als spirituelle Wegbegleiterin nun mit meinen Yoga-Kursen sowie heilenden Gesprächen und Behandlungen neue Wege: Mit YouTube-Anleitungen zum Mitmachen und Video-Blogs sowie mit Online-Angeboten rund um Yoga, Gespräche und Fernheilungen.

Was ich wahrnehme ist, dass teilweise den Menschen die innere Ruhe fehlt 'um in die Ruhe zu kommen'. Ein Paradox. Aus meiner Sicht ist es gerade in dieser Zeit besonders wichtig, fürsorglich und achtsam mit sich selbst umzugehen. Diese Zeit konfrontiert uns total mit uns selbst. Umso wichtiger ist es, für sich selbst zu sorgen, um in seiner eigenen Stabilität und Ruhe zu bleiben.

In dieser Krise kann der Moment reif sein, etwas anders zu machen, als bisher. "

(E-Mail vom 24. April 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. April 2020, 19:30 Uhr