Coronageschichten

Nadine ist stolz auf ihren Sohn, der Krankenpfleger wird

Ein Mund-Nasen-Schutz mit Erdbeermuster
Nadine macht sich Sorgen um ihren Sohn, der gerade Krankenpfleger geworden ist – aber stolz ist sie auch. Bild: Nadine

Nadine, 39 Jahre, aus Bremen
"Als vierköpfige Familie erlebt man viel in dieser Zeit. Jeder von uns könnte seine eigene Geschichte erzählen, die definitiv interessant wäre. In meiner Geschichte geht es allerdings um meinen Sohn.

Im vergangenen Jahr hat er seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger angefangen. Durch die Fachoberschule (FOS) und das einjährige Praktikum hat er seine Berufung gefunden. Am 13.03.20, ganz Bremen verfolgte die PK des Senats, hat er seine Probezeit bestanden, ziemlich gut sogar. Das ging im völligen Chaos leider total unter.

Normalerweise feiert man so eine schöne Nachricht, aber zu Corona-Zeiten? Freut man sich als Mutter wirklich, sein Kind im Krankenhaus auf Station zu sehen? Gemischte Gefühle... Man soll ja das Positive sehen und was mich am meisten freut, ist die Tatsache, dass sein Beruf endlich die verdiente Anerkennung bekommt.

Vor ein paar Wochen hieß es noch: 'Boah, Pfleger? Schichtdienst, Wochenendarbeit, schlechte Bezahlung und anderen den A.... abwischen? Da hätte ICH keinen Bock drauf!' Und damit war das Gespräch beendet. Kluge Ratschläge wie: 'Im Handwerk verdienst du mehr' oder: 'Studiere nach deiner Ausbildung doch Medizin und bleib kein Pfleger!' gab es auch.

Mittlerweile jedoch wird er nach seiner Arbeit gefragt, wie der Alltag auf Station ist und natürlich kommen auch gesundheitliche Fragen. Schön, denn diese Ausbildung ist wirklich anspruchsvoll. Das kann tatsächlich nicht jeder und ich finde es sehr schade, dass diese Berufsgruppe erst durch eine Pandemie die verdiente Anerkennung bekommt. Als Azubi genießt meinen Sohn einen besonderen Schutz und der wird wirklich gut umgesetzt. Das beruhigt. Ich wünsche ihm, dass er die Freude an seinem Beruf behält. Seine Familie klatscht schon lange für ihn und seine Berufung..."

(E-Mail vom 20. April 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 21. April 2020, 18:00 Uhr