Coronageschichten

Spaziergang durch den leeren Zoo am Meer

Video vom 28. April 2020
Eine Tierpflegerin in grünem Blaumann füttert Enten
Tierpflegerin Katja merkt, dass die Tiere die Zoobesucher vermissen Bild: Nicole

Katja, 51 Jahre, aus Beverstedt
"Bei uns im Zoo am Meer in Bremerhaven hat sich sehr viel geändert. Wir sind in zwei Teams aufgeteilt: Vorher waren wir zwölf Tierpfleger, jetzt sind wir nur noch die Hälfte in einem Team plus Azubis. Ein Team arbeitet sieben Tage am Stück, dann hat es frei und das andere Team ist dran. Das ist schwierig, vorher waren wir mehr, aber die Arbeit ist die gleiche geblieben. Die Tiere müssen versorgt, die Anlagen und Ställe gesäubert und das Futter gebracht werden.

Es ist schon seltsam, dass jetzt keine Besucher da sind – in den 33 Jahren, die ich jetzt hier im Zoo arbeite, habe ich so etwas noch nie erlebt. Es ist seltsam ohne Besucher, auch wenn es ruhiger ist. Der Stress ist aber weniger, da wir nicht an die Öffnungszeiten gebunden sind.

Eine Tierpflegerin posiert glücklich neben einem Hasen
Tierpflegerin Katja ist sich sicher, dass manche Tiere im Zoo am Meer die Besucher vermissen Bild: Katja

Wir vermissen unsere Stammbesucher. Es gibt Leute, die kommen mehrmals die Woche vorbei und das ist hart für uns. Die Gäste leiden ja auch – gerade jetzt mit den kleinen Eisbärchen, die würden wir ja schon gerne zeigen.

Es gibt aber auch Tiere, die genießen die Ruhe, so wie die Schneeeule, die mag es ruhig. Manche leiden auch, so wie die Robben. Wenn wir Pfleger bei ihnen vorbeilaufen, dann freuen sie sich schon auf Action. Ich glaube schon, dass sie die Menschen vermissen. Wir beschäftigen die Tiere nun mehr als vorher, wir geben den Robben zum Beispiel zwischendurch Bälle oder andere Spielsachen – so wie es uns halt zeitlich momentan möglich ist.

Normalität ist für uns gerade nicht gegeben, auch wenn wir jetzt öffnen würden. Wir freuen uns aber auch auf unsere Stammbesucher. Und dass wir den Leuten wieder unsere Tiere näherbringen können."

(Sprachnachricht vom 23. April 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. März 2020, 19:30 Uhr