Coronageschichten

Wenn Enkel die demente Oma täglich mit einem Lied an Corona erinnern

Video vom 6. Mai 2020
Ein kleines, brünettes Mädchen in grauer Leggins und Pullover und ein Junge in blauer Jeans und weißem T-Shirt mit den Bremer Stadtmusikanten drauf stehen vor einer gelben Wand, an der ein selbst gemaltes, sehr buntes Bild von einer Wiese hängt
Jürgens Kinder haben für ihre Oma extra ein Lied gedichtet, um sie täglich an die Gefahr von Corona zu erinnern. Bild: Jürgen

Jürgen, 50 Jahre alt, aus Bremen
"Ich bin Vater von zwei Kindern (elf und neun Jahre alt) und da meine ehemalige Partnerin und ich in Trennung leben sind die Kinder abwechselnd von Woche zur Woche bei mir. Als selbstständiger Gastronom versuche ich mich im Augenblick mit dem Liefern von Pizza über Wasser zu halten.

Bei uns lebt außerdem noch meine Mutter (87 Jahre). Sie ist dement und vergisst leider täglich den Coronavirus und die neuen Regeln. Meinen Kinder macht das große Sorgen und darum haben sie sich ein Lied ausgedacht und mit Gestik untermalt, da die Oma auch schwerhörig ist. Das Lied sollte ich dann auf Video aufnehmen, damit die Oma sich das jeden Morgen ansehen kann und an Corona erinnert wird.

Besonders leiden sie darunter, wenn sie sehen wie traurig die Oma ist, wenn die Kinder auf Abstand gehen und keine Umarmungen oder Küsse stattfinden. Deshalb war es ihnen so wichtig der Oma zu zeigen, dass sie sie lieb haben und auch die Küsse wiederkommen.

Es ist so rührend, aber auch ein bisschen witzig geworden, dass Freunde mich aufgefordert haben, dieses Video an Radio Bremen zu senden. Wir wünschen Ihnen Gesundheit und blicken alle hoffnungsvoll, wenn auch mit Ängsten, in die Zukunft."

(E-Mail vom 19. April 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. März 2020, 19:30 Uhr