Coronageschichten

Tierpfleger Jonas: "Wir konnten mehr Haustiere vermitteln als sonst"

Tierpfleger Jonas mit Rüde Esco
Tierpfleger Jonas mit Hund Esco: In der Coronazeit blieb den Mitarbeitern mehr Zeit für die Tiere. Bild: Tierheim Bremen

Jonas, aus Bremen
"Ich arbeite im Tierheim Bremen. Für uns hat sich durch Corona einiges geändert. Als klar war, dass die Kontaktbeschränkungen kommen und wir für die Öffentlichkeit schließen, da habe ich mir schon Gedanken gemacht. Wie soll man denn jetzt Tiere vermitteln? Wie kommen unsere Hunde alle raus, wenn die Gassigeher nicht mehr kommen dürfen? Wie läuft das hier weiter, falls sich Kollegen oder ich selbst mich infiziere?

Aber unsere Tierheimleitung und auch der Vorstand des Tierschutzvereins haben sehr schnell eine gute Lösung gefunden. Wir hatten zwar die ganze Lockdown-Phase geschlossen, aber Termine mit ernsthaften Interessenten zur Vermittlung von Tieren waren nach telefonischer Absprache weiterhin möglich. Natürlich nur unter den gegebenen Hygienevorschriften. Auch unsere Gassigeher durften weiterhin kommen, also war auch diese Sorge vom Tisch für mich.

Unsere Tierheimleitung hat auch einen Corona-Schichtdienst eingeführt, so dass nicht immer alle Kollegen da waren, wir aber weiterhin eine gute Versorgung der Tiere gewährleisten konnten. Dadurch, dass wir die Termine für die Vermittlung so legen konnten, wie wir wollten, blieb natürlich mehr Zeit für die Tiere. Da ich im Hundebereich tätig bin, hatte ich natürlich mehr Zeit, mit den Hunden zu trainieren und auch mal ausgiebige Spaziergänge mit den Vierbeinern zu machen. Hier kam mir die Idee, einfach ein paar Videos zu erstellen, um den Leuten meine Schützlinge näher zu bringen.

Positiv ist, wenn man das überhaupt sagen kann bei solch einer Pandemie, dass wir in den Corona-Monaten mehr Tiere vermitteln konnten, als zur selben Zeit im vergangenen Jahr. Was natürlich daran liegt, dass die Menschen eh zuhause sind und sie Zeit haben, damit sich die Tiere vernünftig eingewöhnen können. Das ist gerade für Hunde wichtig. Selbstverständlich haben wir die Interessenten im Vorfeld überprüft, um sicherzustellen, dass die Leute auch nach Corona genügend Zeit haben für das Tier.

Auch wenn wir hier im Tierheim durch Corona nicht wirklich geschädigt worden sind und auch trotz der Krise gut vermittelt haben, so fehlen uns natürlich die Besucher, die nur mal zum Schauen kommen, sich dann in ein Tier verlieben und dieses dann adoptieren. In der Coronazeit haben wir auch finanzielle Einbußen gehabt, aber zum Glück war die Spendenbereitschaft der Bremer Bürger riesig. Wir haben sehr viele tolle Sach-, Geld- und Futterspenden für unsere Tiere bekommen.  Aktuell haben wir wieder geöffnet. Natürlich noch mit Einschränkungen, aber es ist ein erster Schritt zur Normalität."

(E-Mail vom 16. Juni 2020)

Warum das Bremer Tierheim in der Corona-Krise mehr Tiere vermittelt

Video vom 6. Juni 2020
Ein Hund sitzt hinter einem Gitterzaun und hächelt. Seine Zunge hängt dabei raus.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Juni 2020, 19:30 Uhr