Coronageschichten

Ein "Danke" vom Bundespräsidenten fürs Pflegepersonal

Eine dunkelhaarige Frau mit grünem Mundschutz und hellgrünem KIttel hält ein Tablett mit Medikamenten für Bewohner eines Altenheims in ihren Händen.
Für Pflegefachkraft Gaby war es eine Ehre vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier Anerkennung für ihre tägliche Arbeit zu bekommen. Bild: Bremer Heimstiftung

Gaby, 46 Jahre, aus Bremen:
"Es war eine Ehre vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier die Wertschätzung für meinen Beruf als Pflegefachkraft zu bekommen und ein 'Danke' zu hören. Ich habe mich sehr gefreut, dass er sich für unsere Arbeit interessiert und hatte das Gefühl, er sieht was wir hier jeden Tag leisten. Wir haben bestimmt so 20 Minuten miteinander gesprochen und es war wie in einem normalen Telefonat. Ich bin mit der Zeit immer entspannter geworden – ich war natürlich erst aufgeregt. Seine Ansprache zum 'Internationalen Tag der Pflege' fand ich dann auch äußerst passend und sehr wertschätzend.

Mein Alltag als Pflegefachkraft hat sich in den letzten zwei Monaten sehr verändert. Die Hygienemaßnahmen und die Anforderungen sind gestiegen – aber das ist schon zur Normalität geworden. Am Anfang waren wir noch sehr unsicher, nun haben wir Checklisten und Routine.

Unsere höchste Priorität ist es, die Bewohner hier im Stadtteilhaus Kattenesch zu schützen. Das haben alle mitgetragen – vom Reinigungspersonal bis zur Haustechnik, darüber klagt kaum einer. Jetzt sind Besuche wieder erlaubt. Für uns hieß das: Neue Checklisten und neue Vorgaben.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Angst um die Menschen hier in der Pflegeeinrichtung habe. Es gäbe für mich nichts Schlimmeres, als positiv getestet zu werden. Und wenn dann Bewohner betroffen wären... Natürlich hat man da Angst vor, auf jeden Fall…

Deshalb tun wir alles, damit das nicht passiert – auch zu Hause. Da achte ich genauso drauf. Auch ich muss einkaufen, auch ich habe eine Familie zu versorgen und auch ich habe eine Mutter, die ich gerne besuche. Abstand halten, darauf passe ich immer sehr auf. Da muss ich dann auch mal das ein oder andere Wort sagen, wenn mir jemand zu nahe kommt."

(Interview vom 14. Mai 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 13. Mai 2020, 6:40 Uhr