Coronageschichten

Ein gemeinsames Musikvideo macht den Gospelchor aus Arsten glücklich

Video vom 6. Mai 2020
Ein Screenshot eines Videos mit der Aufschrift: Wanna be happy
Der Gospelchor Bremen-Habenhausen hat gemeinsam ein Musikvideo produziert. Bild: Falko

Falko, 36 Jahre, aus Bremen
"Noch im Februar war ich mit dem Gospelchor der Ev. Kirchengemeinde Arsten-Habenhausen auf einer Chorfreizeit, wir haben dort das Stück 'Wanna be happy' gelernt. Ab Anfang März fanden dann unsere Proben mit immer weniger Mitgliedern statt – wir sind eigentlich fast 50 Leute. Von der Kirchengemeinde aus wurden dann alle weiteren Chorproben abgesagt.

Ich habe dann angeboten, dass ich mich in Video- und Tonschnitt einarbeiten kann, denn Audioschnitt konnte ich schon ein bisschen. Als Kirchenmusiker und Popkantor hatte ich Tontechnik als Nebenfach in meinem Studium, aber alles nur rudimentär. Für mich war das jetzt die erste große praktische Anwendung.

Ich habe den Chormitgliedern eine Challenge gestellt: Das neu gelernte Lied 'Wanna be happy' sollte eingesungen werden. Für jede Stimme habe ich ein Playback geschrieben, aufgenommen, allen geschickt und gesagt: 'Egal, was ihr für Möglichkeiten habt, singt eure Gesangsstimme so gut es geht ein und schickt sie mir.' Fast der ganze Chor hat mitgemacht.

Im Homeoffice habe ich alles zusammengeschnitten. Ich hatte ungefähr 80 Tonspuren. Bis alles gestimmt hat, saß ich da zwei Wochen dran.

Im nächsten Schritt wollten wir ein Video machen. Jeder sollte aufnehmen, was ihn gerade glücklich macht. Ich war richtig überrascht, was da alles kam. Es sollte nichts Trauriges sein, sondern etwas, was jeden von uns glücklich macht.

Als dann alles fertig war, waren die meisten total gerührt, viele waren auch echt baff. Erstmal haben wir das unseren Familien und Verwandten gezeigt. Manche Großeltern haben ihren Enkeln so zeigen können, was sie machen - auch wenn man sich nicht sehen kann. Wir wollten zeigen: Wir als Kirchenchor, wir können auch mit den neuen Medien arbeiten.

Das Stück und das Video ist ein Gemeinschaftsprodukt, das ist unser Chorstück. Die Mitglieder haben auch schon gefragt, ob wir das mal wiederholen können. In dieser Form bleiben wir in Kontakt, können unserem Hobby nachgehen und haben eine Beschäftigung. Für mich ist das natürlich viel Arbeit, aber es sieht ja leider nicht so aus, als könnten wir bald gemeinsam wieder zusammen proben. Und wir vermissen das. Wir versuchen natürlich auch Proben über Videokonferenzen zu machen, das ist schwierig. Wir wollen weiter am Ball bleiben, versuchen weitere Livevideos zu machen – einfach, um weiter Singen zu können."

(E-Mail vom 23. April 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. März 2020, 19:30 Uhr