Coronageschichten

Bibliotheks-Leiterin Barbara freut sich, dass es wieder losgeht

Eine Bücherbühne in der Bremer Stadtbibliothek. Bücher stehen im Vordergrund und im Hintergrund stehen Besucher mit Nase-Mund-Schutz in einer Schlange.
Hundert Menschen dürfen gleichzeitig in die Stadtbibliothek - zum Ausleihen und Bücher zurückgeben. Länger aufhalten kann man sich noch nicht.

Barbara, 63 Jahre, aus Bremen
"Wir sind total eingeschränkt in der Stadtbibliothek. Alles, was den Aufenthalt hier schön machen soll, was die Leute ansprechen sollte, was sie hier genießen konnten – das mussten wir wegräumen und absperren. Die Entscheidung war: Entweder machen wir auf und können nur die Ausleihe und Rückgabe von Medien machen oder wir bleiben geschlossen.

Ich glaube schon, dass die Leute glücklich sind wieder hier sein zu können. Man sieht es ja oft nicht wegen der Masken, aber ich glaube 'glücklich' ist das richtige Wort. Es ist so toll, dass die Besucher wieder hier sind. Wir haben richtig darauf hin gefiebert wieder zu öffnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit zehn Tagen dabei alles abzusperren und wegzusperren. Jetzt sehen sie die Besucher und wissen, dass wir trotzdem gerne besucht werden.

In den Coronazeiten sind wir als Stadtbibliothek sehr gefragt gewesen - auch unsere Online-Angebote. Wir haben Bücher zum Abholen nach Anforderungen zusammen gestellt. Da haben wir rund 4.000 Bücher ausgegeben in dieser kurzen Zeit. Immer in Fünf-Minuten-Slots.

Wir werden gebraucht und das ist herrlich zu sehen. Wir werden gefragt: 'Wann macht ihr wieder auf, welche Angebote habt ihr für uns?' – das ist ein wunderbares Erlebnis.

Menschen stehen mit einem Meter Abstand in einer Schlange und warten auf den Einlass in die Bremer Stadtbibliothek
Lange Schlangen bei der Wiedereröffnung der Bremer Stadtbibliothek . Bild: Katja

Die Eröffnung war ein erhebendes Gefühl. Wir waren alle so gespannt, als würden wir die Bibliothek neu öffnen – wie bei der Wiedereröffnung vor 16 Jahren. Und die Menschen waren so diszipliniert: Die haben die Körbe genommen, haben diese brav zurückgebracht als sie gegangen sind und haben geduldig gewartet.

Es dürfen momentan 100 Menschen gleichzeitig in die Bibliothek. Wir haben 100 Körbe am Eingang, und wenn die Besucher unser Haus verlassen, dann geben sie den Korb ab. Wenn kein Korb mehr frei ist, dann müssen wir die Leute leider draußen warten lassen.

Ein weiteres Problem ist, dass wir Einbahnstraßen bilden müssen. Die eine Einbahnstraße ist der Fahrstuhl. Damit kann man nur hochfahren. Da sind manchmal auch schon Schlangen. Die Treppe runter ist die andere Einbahnstraße. Wir probieren das so erstmal aus.

Was ich noch sagen möchte: Bitte besucht uns und erfreut euch an der Bibliothek."

(Interview vom 5. Mai 2020)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. März 2020, 19:30 Uhr