Coronageschichten

Klamotten statt Cocktails: Andreas macht die Bar zum Secondhand-Laden

Zwei junge Männer sitzen auf einer Holzbank vor einer Kneipe. Im Schaufenster hinter den beiden sind Bilder ausgestellt.
Andreas (links) und Lucas mussten ihre Bar schließen. Jetzt haben sie den Raum wiederbelebt: als Secondhand-Shop. Bild: Andreas

Andreas, 24 Jahre, aus Bremen
"Als Corona angefangen hat, war das für uns als Bar – wie für viele andere Gastronomiebetriebe auch – ziemlich blöd. Keine Leute, kein Umsatz, wir konnten nicht mehr arbeiten. Das alles hat uns sehr getroffen. Wir haben dicht gemacht.

Für mich persönlich war es die Chance, auch anderen Projekten nachzugehen und Sachen auszuprobieren, für die ich im laufenden Barbetrieb und neben dem Studium eigentlich keine Zeit habe. Und ich habe auch einfach mal relaxt, obwohl das für die Bar natürlich sehr schlecht war.

Da mir in der Coronazeit dann etwas langweilig geworden ist, bin ich auf die Idee gekommen, aus unserer Bar einen Secondhand-Vintage-Laden zu machen. Mich haben bunte, alte Klamotten schon immer interessiert und ich gehe selbst gerne in solche Läden. In der Neustadt gibt es auch noch nicht so ein riesiges Angebot an solchen Klamotten. Also: Unser Laden stand leer und wir wollten den dafür nutzen.

Die letzten Tage haben wir noch alles umgebaut. Am 20. Mai soll es losgehen. Da freuen wir uns riesig drauf, wir haben echt viel gewerkelt. Wir nennen unseren Laden 'Defibrillator', weil es die Wiederbelebung unserer Bar ist - und natürlich auch ein neues Leben für die Klamotten, die wir im Laden haben.

Mittlerweile dürften wir unsere Bar sogar wieder öffnen, aber unter den aktuellen Auflagen ist das für uns nicht wirtschaftlich. Wir wollen unsere Bar definitiv nicht für immer schließen, wir haben sehr viel Spaß daran, sie zu betreiben. Wir wünschen uns aber, dass unser Laden endlich wieder eine Möglichkeit hat zu agieren, Leute anzuziehen und eben ein Platz sein kann, wo – wenn auch nur wenige – Menschen zusammenkommen können.

Mit dem Secondhand-Laden wollten wir einfach etwas Neues ausprobieren in einem Bereich, in dem wir noch nicht so vertraut sind. Und wir wollten eine Möglichkeit schaffen, als kleine Bar einen Weg aus der schwierigen Situation zu finden. Ich glaube, damit haben wir jetzt ein gutes Experiment gewagt. Wir wollen mal schauen, wie es funktioniert."

(Sprachnachricht vom 18. Mai 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 20. Mai 2020, 16:15 Uhr