Coronageschichten

Mit Menschen rausgehen, die das alleine nicht könnten

Zwei Frauen stehen auf einer Brücke am Wedersee und genießen die frische Luft
Simone ist pädagogische Inklusionskraft und nutzt ihre freie Zeit für Spaziergänge mit Frauen, die auf Hilfe angewiesen sind. Bild: Martinsclub Bremen

Simone aus Bremen
"Da die Schulen geschlossen wurden, hatte ich als pädagogische Inklusionskraft in Schule auf einmal Zeit. Diese Zeit wollte ich sinnvoll nutzen, indem ich Menschen, die einsam sind, Gesellschaft leiste. Ich bin der Meinung: Wir sind eine Solidargemeinschaft und nur so kommen wir zu einer besseren Welt.

Ich begleite drei ältere, alleinstehende Damen mit geistiger Beeinträchtigung, die in ambulanten Wohnangeboten des Martinsclub in der Bremer Neustadt wohnen und normalerweise in einer Werkstatt in Bremen arbeiten. Ich begleite die drei nun in ihrem alltäglichen Leben.

Das heißt: Wir gehen zu zweit spazieren, plaudern, beobachten die Natur und den schönen Frühling mit all seinen zwitschernden Vögeln – natürlich mit Abstand.

Zu Hause erzählen uns vom Leben, dabei stricken und häkeln wir. Das macht ganz viel Spaß. Es tut gut, irgendwo jemanden zu unterstützen und mit jemandem rauszugehen, der sonst so jetzt gerade nicht raus könnte."

(E-Mail vom 22. April 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next am Nachmittag, 6. April 2020, 15:08 Uhr