Coronageschichten

Den Mitarbeitenden im Sozialamt fehlt der direkte Kontakt zu Familien

Kind vor streitenden Eltern
Was in den Familien in der Coronazeit los ist, können die Mitarbeiter vom Jugendamt nun schwieriger herausfinden. (Symbolbild) Bild: DPA | Silvia Marks

Pia (Name geändert), aus Bremen
"Für uns als Mitarbeitende beim Amt für soziale Dienste ist es eine besondere Herausforderung vom Schreibtisch aus arbeiten zu müssen. Gerade unter den vorgegebenen Kontaktbeschränkungen kommen viele Familiensysteme in den eigenen vier Wänden oft an ihre Grenzen.

Auch unsere Kooperationspartner, zu denen beispielsweise Familienhelfer*innen, Lehrer*innen und Erzieher*innen zählen, sehen die Kinder aktuell wenig oder gar nicht. Das macht es für uns natürlich besonders schwer einzuschätzen, wie es den Kindern zu Hause tatsächlich geht.

Was uns fehlt in unserer Arbeit ist das, was den meisten Menschen im Augenblick fehlt: Der persönliche Kontakt. Im Bereich der sozialen Arbeit ist dieser eigentlich nicht wegzudenken.

Dennoch müssen wir etwas unternehmen, sobald wir mitbekommen, dass eine mögliche Kindeswohlgefährdung vorliegt. Da kann man nicht anders als in den persönlichen Kontakt mit den Familien zu gehen. An sich ist das ein Widerspruch, da wir als Mitarbeitende die Kinder ja schützen wollen und die Familien nicht unwissentlich infizieren möchten.

Trotz dieser besonderen Umstände sind wir froh darüber, dass die stationären und ambulanten Jugendhilfeträger nach wie vor tätig sind und die Kinder und Jugendlichen weiter unterstützen."

(E-Mail vom 5. Mai 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next am Nachmittag, 12. Mai 2020, 17:40 Uhr