Coronageschichten

Olaf meint: Aufstehen und helfen, vor allem den älteren Menschen

Ältere Menschen mit Körben stehen mit Abstand in einem Supermarkt (Symbolbild)
Einkaufen in Coronazeiten ist für ältere Menschen nicht leicht, erzählt Olaf. Bild: DPA | Sebastian Gollow

Olaf, 56 Jahre, aus Bremen
"Ende Februar bin ich - nach 40 Jahren - zurück nach Bremen gezogen, mit einem neuen Job in der Tasche: Zum 1. März habe ich angefangen, in einem Caravan-Center zu arbeiten. In meinem vorherigen Job als Lehrer und Ausbilder konnte ich leider keine Anstellung bekommen, somit habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

Corona hat dann dafür gesorgt, dass meine Beschäftigung in Kurzarbeit mündete. Zu viel Zeit ist nicht gut – dementsprechend habe ich mir einen Nebenjob gesucht und meine Dienste einem Zeitarbeitsunternehmen angeboten. In einem Markt in der Vahrer Straße bin ich nun an der Kasse und komme mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt.

Ganz besonders hat mich eine Situation berührt: Ein älteres Pärchen - beide so um die 85 Jahre alt, sie im Rollstuhl, er am Gehwagen - hatte allergrößte Probleme, die eingekauften Dinge auf das Transportband zu legen. Da andere Kunden einen großen Bogen um die beiden machten, bin ich aufgestanden und habe in dieser Situation geholfen. Sichtlich erleichtert und mit Freude hat sich das ältere Paar bedankt. Die nachfolgenden Kunden haben mich dann gefragt, ob ich keine Angst hätte, mich anzustecken.

Was für uns schon erschwerend wirkt, ist für ältere Menschen eine fast unmögliche Situation. Es gibt aber auch Kunden, die für ihre Nachbarn einkaufen. Hut ab... und weiter so!"

(E-Mail vom 13. Mai 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next am Morgen, 7. Mai 2020, 6:10 Uhr