Coronageschichten

Als Fotograf kann Marc jetzt viel ausprobieren

Der menschenleere Bremer Marktplatz. Im Hintergrund: Das Rathaus, der Dom.
Der Bremer Marktplatz: Schon fast ein "Lost Place". Fotograf Marc findet es fast schon gruselig. Bild: Marc Krug

Marc, 41 Jahre, aus Bremen
"Für Fotografen hat sich in der Coronazeit geändert, dass die Städte echt leer sind. Das ist cool. Da steht man da, kann sich so positionieren wie man will und seine Fotos machen. Das ist schon freaky, wenn ich weiß, dass der Marktplatz eigentlich gefüllt wäre mit Geschichtenerzählern, Musikern und Touristen. Die stehen immer an den Stadtmusikanten.

Bei den Stadtmusikanten musste ich immer warten, bis die Touris fertig sind mit ihren Fotos. Jetzt kann ich mich hinstellen, kann meine Fotos machen, kann auch andere Sachen ausprobieren. Das ist echt gruselig, das hat schon fast was von Lost-Place-Fotografie. Alles ist menschenleer. Man kann jetzt auch am Tag im Schnoor fotografieren und es sind gar keine Menschen da.

Andererseits: Wenn man jetzt Hochzeitsfotograf ist oder gerne Portraits macht, das wird jetzt alles gecancelt. Wenn man jetzt auch in andere Städte fahren könnte, um da Fotos zu machen, das wäre cool. Man kann da Sachen machen, die man vorher nicht machen konnte.

Jetzt ist es so: Wenn wir mit auswärtigem Kennzeichen zum Beispiel in Düsseldorf sind, und da Fotos machen wollen, halten schnell die Polizei oder der Ordnungsdienst an und verteilen Strafen, weil wir das nicht dürfen.

Alles ist beschränkt auf deinen eigenen Ort, aber auch da kann man schöne Sachen machen. Und es wird auch wieder andere Zeiten geben, hoffen wir mal."

(Sprachnachricht vom 29. April 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 21. April 2020, 18:00 Uhr