Coronageschichten

Hilfe für Jugendliche via Telefon, Chats und Instagram

20 Menschen halten ein Plakat hoch: "Hallo Delmenhorst, trotz leerer Schulen sind Eure Sozialarbeiter für Euch und Eure Familien da! Ruft oder schreibt und an!"
Die Botschaft der Jugendhilfe Delmenhorst: "Schreibt und ruft uns an!" Bild: Evke

Evke, 37 Jahre, aus Oldenburg
"Wenn ich am Telefon meinen Freunden erzähle, dass ich im Moment Homeoffice mache, müssen sie immer ein wenig schmunzeln oder Fragen mich: Wie soll das denn funktionieren? Die Schulen sind doch leer!

Dann kann ich ihnen stolz von den ganzen Aktionen meiner Kollegen der Delmenhorster-Jugendhilfe-Stiftung berichten, wie wir in dieser Zeit Kontakt zu unseren Schülern aufnehmen. Dies funktioniert ganz klassisch über Telefon oder Mail, aber wir holen die Schüler auch dort ab, wo sie gerade sind.

Instagram ist hoch im Kurs bei den Jugendlichen der weiterführenden Schulen sowie bei den Eltern der gesamten Schülerschaft, deshalb entstanden mehrere Accounts und die Kommunikation verläuft sehr gut. Auf der einen Seite kann man schnell mal ein paar Fragen beantworten, auf der anderen Seite tut so ein virtuelles offenes Ohr echt gut.

Andere Schulen haben eigene YouTube-Channels ins Leben gerufen und versorgen die jungen Menschen mit sehr unterhaltsamen selbst gedrehten Videos. Schuleigende Clouds lassen sogar Klassenräume im Internet entstehen, der das Verteilen von Informationsmaterial sehr vereinfacht. Und: Auch hier können Beratungen per Chat durchgeführt werden.

Außerdem werden verschiedenste Beschäftigungsmöglichkeiten verschickt, gemailt oder persönlich verteilt. Hinzu kommt eine schulübergreifende gemeinsame 'Aktion Glücksbaum', bei der sich die Schüler in der aktuellen Situation mit der Frage 'Was bedeutet Glück für mich' beschäftigen sollen.

Zudem stehen wir alle im engen Austausch mit den Lehrkräften, die ebenfalls vom Homeoffice aus Kontakt zu ihren Schülern haben. Sobald sie feststellen, dass es manchen Kindern zuhause nicht gut geht oder befürchten, dass das Kindeswohl gefährdet ist, nehmen sie Kontakt zu uns auf. Das geht ja zum Glück auch auf Abstand mal persönlich an der Haustür oder bei einem Spaziergang im Park.

Täglich kommen neue Ideen hinzu, wie wir mit Schülern in Kontakt treten können. Diese Angebote werden sehr gut und dankbar angenommen. Also Langeweile kommt im Homeoffice nicht auf!"

(E-Mail vom 20. April 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next am Nachmittag, 23. April 2020, 15:40 Uhr