Bremer Polizei muss 17.000 offene Fälle abarbeiten

Ein Beamter sitzt vor einem Aktenstapel
(Symbolbild)

Bremer Polizei muss 17.000 offene Fälle abarbeiten

Bild: DPA | Stephanie Pilick
  • Bremer Polizei sitzt auf Aktenbergen
  • Innendeputation befasst sich am Nachmittag mit dem Thema
  • Projektgruppe soll Lösung für das Problem finden

Die Innenpolitiker und -politikerinnen der Bremischen Bürgerschaft befassen sich am Nachmittag mit dem Aktenstau bei der Bremer Polizei. Seit Jahren steigt die Zahl unerledigter Verfahren. Eine Projektgruppe bei der Polizei soll nun innerhalb eines halben Jahres Vorschläge erarbeiten, wie der Aktenberg abgebaut werden kann.

Im vergangenen November hatten Bremens Ermittler einen neuen Negativ-Rekord gemeldet: Mehr als 17.000 offene Fälle haben sich bei der Polizei Bremen angestaut – fast doppelt so viele wie noch fünf Jahre zuvor. Das Innenressort weist in einem Bericht darauf hin, dass zwar 80 Prozent der polizeilichen Ermittlungen innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Doch Senator Ulrich Mäurer (SPD) will, dass die Bearbeitungsrückstände jetzt schnell angegangen werden, damit der Aktenberg nicht noch weiter wächst.

Das sind die Gründe für das Problem

Die Gründe für die "Haldenproblematik", wie der Bearbeitungsstau behördenintern genannt wird, ist, dass viele Beamte in Schwerpunktermittlungen eingebunden waren: gegen Rechtsextremisten, bei den Encrochat-Verfahren, wegen einer linksextremistisch motivierten Brandserie oder bei der Pleite der Bremer Greensill-Bank zum Beispiel. Zwischenzeitlich halfen sogar Hundeführer, Bereitschaftspolizisten oder szenekundige Beamte, die sonst Krawalle beim Fußball beobachten, mit, um den Aktenberg abzuarbeiten. Nun sollen sich zwei Spitzen-Polizeibeamte etwas Neues ausdenken, um das Problem zu lösen. Und das möglichst schnell.

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Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 12. Januar 2022, 12 Uhr