Streit in Bremer AfD: Bundesvorstand in Berlin hört beide Seiten

Die Bremer AfD ist zerstritten – die Fraktion zerbrochen. Wie es dazu kommen konnte, sollen Ex-Landeschef Magnitz und sein Ex-Vize Jürgewitz heute in Berlin erklären.

Der Schriftzug der Alternative für Deutschland (AfD) auf einer Wand mit einem Riss.
Ein Streit hat die Fraktion der Bremer AfD gespalten. Bild: Imago | Ralph Peters

Zusammen wollten sie nicht nach Berlin reisen – das Tischtuch zwischen dem früheren Landeschef der Bremer AfD, Frank Magnitz, und seinem ebenfalls nun ehemaligen Stellvertreter Thomas Jürgewitz ist zerschnitten. Der eine sagt, es sei ohnehin nur eine Zweckgemeinschaft gewesen, der andere spricht von Vertrauensbruch. Beide sollen sich nun Freitag dem Bundesvorstand in Berlin erklären. Es ist einiges schief gelaufen in Bremen – das sieht auch Magnitz so.

Es hätte der Partei, glaube ich, insgesamt besser gestanden und besser getan, wenn viele Dinge nicht öffentlich gespielt worden wären, sondern wenn die parteiintern abgehandelt worden wären.

Frank Magnitz, Sprecher des AfD-Landesverbandes Bremen (Archivbild)
Frank Magnitz, AfD

Sich selbst nimmt Magnitz von dieser Kritik aus. Magnitz meint insbesondere seinen ehemaligen Stellvertreter im Landesvorstand. Zwischen ihm und Jürgewitz ist es persönlich geworden. Für Jürgewitz ist das Doppelmandat von Magnitz im Bundestag und im Bremer Landtag der Auslöser des Ärgers.

Wenn ihm an der Partei wirklich etwas liegt und nicht nur an seinem persönlichen Fortkommen oder seinem persönlichen Ego, dann fordere ich ihn hiermit nochmals auf: Bitte – die Betonung liegt auf bitte – eines der beiden Mandate abzugeben.

AfD-Fraktionschef Thomas Jürgewitz
Thomas Jürgewitz, AfD

Magnitz will das nicht, jedenfalls nicht jetzt, sagt er. Er wolle abwarten, ob die SPD vielleicht einen Bruch der Großen Koalition in Berlin herbeiführt – dann habe sich sein Bundestagsmandat ohnehin erledigt. Und dass er mit seinem Verhalten der Partei schade, sehe er nicht. "Nö, das kann ich nun ganz und gar nicht erkennen", sagt Magnitz. Er bleibe bei seinem Angebot, dass er sein Mandat abgebe, wenn Jürgewitz das gleiche tue.

Spaltung der Fraktion eskaliert die Lage

Für Jürgewitz ist das ein Ablenkungsmanöver. Und noch gravierender als das Doppelmandat sei im Übrigen der Bruch mit der Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. Magnitz hatte sich mit zwei anderen AfD-Abgeordneten Anfang September zu einer Gruppe zusammengetan. Dadurch hat die AfD ihren Fraktionsstatus – und damit viel Geld sowie Einflussmöglichkeiten – verloren. Für Jürgewitz ist nicht nachvollziehbar, was Magnitz eigentlich umtreibe.

Hier in Bremen ist das schon seit Langem im Argen, das muss man ganz klar so sehen. Das war so. Und hier müssen alle an einem Strang ziehen, die hier in Bremen jetzt was zu sagen haben, um die Mitgliederschaft zu befrieden und letztendlich auch, ja, ich sag mal, im Endeffekt uns wählbar zu machen.

AfD-Fraktionschef Thomas Jürgewitz
Thomas Jürgewitz, AfD

Wie geht es weiter mit der Bremer-AfD?

Ein Ende der internen Grabenkämpfe und sich stattdessen um Inhalte kümmern, das will auch Peter Beck. Seit knapp einer Woche ist er der neue Landesvorsitzende der Bremer AfD – und hat nun das Sagen in der Partei.

"Also, in der AfD Bremen sehe ich beide als auslaufendes Modell an. Herr Magnitz muss sein Bürgerschaftsmandat niederlegen, damit es wieder zu Fraktionsverhandlungen kommen kann. Herr Jürgewitz ist jetzt noch Vorsitzender vom Kreisverband Bremerhaven, er ist noch Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, aber sonst ist er halt ganz normales Mitglied", sagt Beck.

Beck war in seiner Vergangenheit mal Peacekeeper, Friedenswächter im Kosovo – beste Voraussetzungen auch Frieden in der AfD zu stiften, so Beck. Viel Hilfe aus Berlin dürfte er dabei nicht zu erwarten haben. Ob der Bundesvorstand schon Freitag Entscheidungen zu den Querelen im kleinen Bremer Landesverband trifft, ist offen. Aus Berlin hieß es dazu, es gebe diverse andere Themen, die zurzeit wichtiger für die Partei seien als die Causa Magnitz.

Autor

  • Weingärtner Sven
    Sven Weingärtner Redakteur und Autor

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Morgen, 20. September 2019, 7 Uhr

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