Live-Diskussion

Streit um Torfabbau-Pläne im Ahlenmoor

Eine Maschine sticht Torf
Den einen ist es zu viel, den anderen zu wenig:

Der Erdenhersteller Gramoflor will im Ahlenmoor bei Cuxhaven wieder Torf abbauen. Naturschützer kritisieren die Pläne. Ist der Torfabbau noch zeitgemäß?

Das Ahlenmoor im Landkreis Cuxhaven gehört zu den größten Moorgebieten Niedersachsens. Bis vor etwa 20 Jahren wurde hier Torf abgebaut. Das alte Torfwerk ist heute ein Moorinformationszentrum, rund herum stehen viele Bereiche unter Naturschutz. Es gibt aber auch noch landwirtschaftliche genutzte Flächen. Vor allem Milchviehhalter bauen hier Grünfutter für ihre Tiere an. Auf diesen Flächen möchte der Hersteller von Pflanzenerde, Gramoflor aus Vechta, wieder in den Torfabbau einsteigen. Entsprechende Anträge liegen bereits bei der zuständigen Genehmigungsbehörde.

Die Umweltschützer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern einen Stopp des Vorhabens. Natur- und Klimaschutz müssten höher bewertet werden als wirtschaftliche Vorteile eines Unternehmens und finanzielle Interessen der Landwirte. Torf sei ein großer Kohlenstoffspeicher und helfe, die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Zudem gebe es genügend Alternativen zur Torf in Gartenerden. Auch der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) lehnt den Torfabbau grundsätzlich ab, zeigt sich aber kompromissbereit. Er sagt, für den Erwerbsgartenbau geht es noch nicht ohne Torf.

Das sieht auch der Erdenhersteller Gramoflor so. Torfhaltige Substrate seien die wesentliche Grundlage für eine erfolgreiche weltweite Anzucht von Obst- Kräuter und Gemüsepflanzen. Damit würde die Grundversorgung der Menschen garantiert und nicht nur das wirtschaftliche Interesse eines Unternehmens bedient. Für Gramoflor ist sein Torfabbauprojekt auch ein Naturschutzprojekt ist. Denn zum einen gehe Torf auch durch landwirtschaftliche Nutzung  verloren – und das seit Jahrzehnten. Zudem habe sich Gramoflor bereits parallel zum Torfabbau zur Wiedervernässung und Moorrenaturierung verpflichtet.

Fragen:

Ist Torfabbau noch zeitgemäß?
Wie sehr schadet der Torfabbau dem Klima?
Wie notwendig ist Torf in Blumen- und Gartenerden?
Welche Alternativen gibt es?

Teilnehmer der Gesprächsrunde:

  • Josef Gramann, Geschäftsführer Gramoflor
  • Harald Brüning, Landwirt
  • Eleonore Lemke, BUND Cuxhaven
  • Eike Rachor, BUND Unterweser
  • Hans-Joachim Ropers, NABU Cuxhaven Bremerhaven
  • Maik Schwanemann, Samtgemeinde Land Hadeln
  • Nicole Friedhoff, Bürgermeisterin Wanna

Moderation: Stefan Pulß
Redaktion: Martina Niemann

Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Bremen Zwei unterwegs, 20. Juni 2018, 18:05 Uhr