Nicht zu teuer: Gute Erfahrungen mit Bio-Essen in Bremer Kitas

Was ist, wenn Kitas nur Bio-Essen anbieten? Ist das finanzierbar? Geht das? Erstes Fazit eines 10-monatigen Pilotprojektes in drei Bremer Einrichtungen: Es geht!

Zwei Kleinkinder essen einen Eintopf.
Hier sind Enisa (links) und Helene (rechts) beim Möhrensuppeessen zu sehen. Alles bio versteht sich.

110 hungrige Mäulchen gibt es in der Kita Hohentor. Kein Wunder also, dass hier der große Suppentopf zum Einsatz kommt. Darin brodeln Karotten und Kartoffeln zu einem Eintopf – freitags ist Suppentag. Das war schon immer so. Nur jetzt sind die Zutaten alle bio, und das hat Küchenleiterin Alexandra Nobis anfangs doch etwas nervös gemacht.

Wir haben zwar auch vorher schon frisch gekocht. Aber ab und zu waren wir verunsichert, ob wir das hinkriegen. Manchmal ist ja nicht alles lieferbar oder verfügbar. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das schaffen und im Budget bleiben.

Alexandra Nobis, Küchenleiterin Kita Hohentor

10 bis 15 Prozent teurer ist das Bio-Essen im Vergleich zum Konventionellen. Damit die Kosten im Rahmen bleiben, muss die Küchenchefin sehr genau planen. Welches Gemüse hat Saison, welches Obst ist gerade im Angebot? Wo gibt es günstig Nudeln in Bioqualität und ist das alles auch pünktlich lieferbar? Da den Überblick zu bekommen, habe sehr viel Zeit gekostet, erzählt Nobis. Unterstützung hat sie in Workshops bekommen.

Fleisch nur einmal in der Woche

Eine Vorrtaskammer mit Biolebensmitteln
In der Vorratskammer sieht es aus wie im Bioladen.

Bei Kita Bremen gibt es ohnehin nur einmal in der Woche Fleisch. Das senkt die Ausgaben. Dass Bio auch in öffentlichen Einrichtungen bezahlbar ist, freut Claudia Elfers aus dem Umweltressort. Sie erzählt von einem Aktionsplan, der bald vom Senat verabschiedet werden soll. Der sieht vor, dass in fünf Jahren Kitas und Schulen komplett, die städtischen Krankenhäuser zum Teil bio kochen. Doch es reicht nicht, einfach nur zertifizierte Lebensmittel einzukaufen, sagt Elfers.

Wie ist die Ausstattung in den Küchen, wie ist das Küchenpersonal geschult, welche Qualifizierungsmaßnahmen brauchen wir dafür? Wie können die bestellen, wie ist die Transparenz der Beschaffungswege? Und das ist ein Prozess, den wir mit dem Biogroßhandel und den Erzeugern führen müssen.

Claudia Elfers, Umweltressort Bremen
Der Wochenplan für das Essen.
Der Speisplan für die aktuelle Woche.

Kita Bremen will diesen Weg mitgehen, sagt Petra Stubakow (Referatsleitung für Hauswirtschaft und Hygiene). Auch wenn es bestimmt erstmal mehr Arbeit für die Küchenleitungen bedeutet. "Ich glaube, dass viele Küchenleiter zu überzeugen sind, wenn sie merken, das ist geschmacklich und qualitativ sehr hochwertig. Und wenn sie dann positive Rückmeldungen von den Kindern bekommen. Dann machen auch viele mit."

Dass es den Kindern schmeckt, kann man beim Mittagessen bestaunen. Eifrig löffeln sie die Möhrensuppe von ihren Tellern. Enisa ist schon bei ihrem dritten Teller, und Jari isst sowie so alles: "Ich hab voll Hunger, weil ich heute auch kein Frühstück hatte, weil ich zu spät gekommen bin."

  • Ramona Schlee

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 27. November 2017, 13:40 Uhr