30 Schüsse, 6 Verletzte – Schießerei auf der Bremer Diskomeile

Collage mit Zeitungsausschnitten, Podcast-Hosts und Schriftzug Mord Nordwest

30 Schüsse, 6 Verletzte – Schießerei auf der Bremer Diskomeile

Bild: Radio Bremen | Josefine Gotzes, Grafik: Christina Loock, Sabina Weinrich

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6. Januar 2006: Mitglieder eines Familienclans schlagen zwei Türsteher auf der Bremer Diskomeile zusammen. Es kommt zu einer Schießerei mit Schwerverletzten.

Zwischen Bahnhof und dem Ostertor erstreckt sich etwa auf 250 bis 300 Metern die Diskomeile – Bremens Amüsiermeile mit etlichen Nachtklubs, Bars und Diskotheken. Gerade gegen Mitternacht sind hier sehr viele Leute unterwegs, die einfach nur feiern wollen. Und auch die Polizei ist ständig vor Ort wegen Diebstahl, Schlägereien oder Drogenhandel. Die Meile gilt als Kriminalitätsschwerpunkt. Aber so etwas wie am 6. Januar 2006 hat es in Bremen weder zuvor noch danach wieder gegeben. Es war ein Wunder, dass niemand dabei ums Leben kam.

Schießerei auf offener Straße mitten in Bremen

Tatort Diskomeile vor dem Tollhaus, Rembertiring
Tatort "Tollhaus": Hier begann der Streit im Türsteher-Milieu. Bild: Radio Bremen

Schon vorher hat es immer mal wieder Auseinandersetzungen darum gegeben, wer bei welchen Diskotheken als Türsteher arbeiten darf. Diesmal beginnt der Streit am Abend mit einer Schlägerei vor der Table-Dance-Bar "Tollhaus", die in "albanischer Hand" liegt. Mehrere Mitglieder des polizeibekannten kurdisch-libanesischen Familienclan M. schlagen die beiden Männer vor der Tür brutal zusammen. Einer der Türsteher mobilisiert daraufhin seine Gefolgsleute, um Rache an den M.s zu nehmen.

Beide Seiten sind bewaffnet. Kurz nach Mitternacht kommt es vor dem "Tollhaus" und der benachbarten Diskothek "Beat-Club" zu einer wilden Schießerei. Auf der Diskomeile bricht Panik aus. Die Polizei stellt später am Tatort 30 Patronenhülsen sicher.

Sechs Menschen werden verletzt, am schwersten zwei völlig Unbeteiligte: Ein junger Mann erleidet einen lebensgefährlichen Lungendurchschuss, ein zweiter wird von Mohammad M. erst zusammengedroschen und dann in den Oberschenkel geschossen. Die juristische Aufarbeitung der Schießerei dauert Jahre. Mehrere Beteiligte werden zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Und es stellt sich raus: Mindestens einer der Beteiligten war ein V-Mann der Polizei.

Autoren

  • Dirk Blumenthal Autor
  • Jochen Grabler Redakteur und Autor