Wie gut ist die Bundesliga auf den Videobeweis vorbereitet?

Jahrelang wurde der Videobeweis im Fußball von Fans und Experten gefordert. Seit diesem Wochenende gibt es ihn beim Confed Cup – und die Diskussionen sind beinahe genauso groß wie vorher. Drei Fragen an den Bremer Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann.

Arturo Vidal
Arturo Vidal hat das vermeintliche 1:0 für Chile gegen Kamerun beim Confed Cup vorbereitet und musste mit ansehen, wie der Treffer zurück genommen wurde. Bild: dpa | Mikhail Japaridze
Wie bewerten Sie die Diskussionen beim Confed Cup nach den ersten Entscheidungen?
Die Abläufe waren noch etwas irreführend, das muss man ganz klar sagen. Aber das ist natürlich immer so, wenn etwas neu ist. Man muss sehen, dass bei diesem Turnier Schiedsrichter und Videoschiedsrichter im Einsatz sind, die das noch nicht so häufig gemacht haben. Denen fehlt einfach das Training. Wichtig ist aber, dass am Ende des Tages die Entscheidungen richtig sind.
Muss der Videobeweis auch bei so knappen Entscheidungen wie beim Abseitstor für Chile herangezogen werden?
Ja, natürlich. Das Regelwerk sagt, dass es hier nur ein richtig oder falsch gibt und kein entweder oder. Dann wird auch mal das Geodreieck angelegt und geguckt: Wer ist einen Tick vor? Im normalen Ablauf war dieses Abseits nicht zu erkennen, auch nicht in der Zeitlupe. Erst als wir das Standbild gesehen haben, war die Sache klar.
Wie gut ist die Fußball-Bundesliga auf den Videobeweis vorbereitet?
Wir haben in der Fußball-Bundesliga komplett ein Jahr geprobt und sind fit für die neue Saison. Unsere Schiedsrichter sind einen Tick besser vorbereitet, als das beim Confed Cup der Fall ist. Ein tolles Beispiel war das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Frankreich. Beim deutschen Schiedsrichter-Team um Felix Brych war der Ablauf sehr klar, und es gab keine Diskussionen.
  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Tag, 19. Juni, 23:20 Uhr